Ewige Profess

Dem Kloster ein Leben lang ergeben

Der ehemalige evangelische Pfarrer Thomas Brüch hat die ewige Profess abgelegt. Bruder Thomas bindet sich damit ein Leben lang an die Klostergemeinschaft in St. Ottilien. Den Kontakt zum Weltlichen will der Mönch aber auf keinen Fall verlieren. Dabei helfen die Tagesheimkinder.

St. Ottilien – Drei Jahre nach der zeitlichen hat der Benediktiner Thomas Brüch jetzt in einem feierlichen Gottesdienst in der Klosterkirche von St. Ottilien die ewige Profess abgelegt. Der ehemalige evangelische Pfarrer hat seine spirituelle Heimat in der katholischen Kirche gefunden. Jetzt hat er sich auf Lebenszeit an die Klostergemeinschaft gebunden.

„Im Namen unseres Herrn Jesus Christus. Amen. Vor Gott und seinen Heiligen gelobe ich, Bruder Thomas Brüch, für mein ganzes Leben Beständigkeit, klösterlichen Lebenswandel und Gehorsam“, so beginnt die Urkunde, die der Benediktiner-Bruder mit der Hand verfasst, der Kirchengemeinde verlesen und unterschrieben hat. Zuvor waren Erzabt Wolfgang Öxler und über 60 Mitbrüder in die mit Brüchs Familie, Freunden und seinen „Schützlingen“ des Tagesheims besetzte Klosterkirche gezogen. „Wir freuen uns, dass Du an diesem Ort und in unserer Gemeinschaft für immer Gott suchen willst“, sagte der Erzabt in seiner Einleitung. Früher hätte man über den vor dem Altar liegenden Neuprofessen ein schwarzes Tuch gelegt, um zu zeigen, dass er für die Welt gestorben ist. So dramatisch ist es heute freilich nicht mehr. Nicht zuletzt deswegen, weil Bruder Thomas als Personal des Klosterladens und als Erzieher von Siebtklässlern im Tagesheim sehr präsent auf dieser Welt ist. Von seiner fünfjährigen Arbeit mit den Kindern rührt auch sein Professspruch: ‘Lasst die Kinder zu mir kommen, hindert sie nicht daran! Denn solchen wie ihnen gehört das Reich Gottes’. „An Kindern kann man lernen, zu Gott zu kommen, sie sind den Erwachsenen weit voraus“, so Bruder Thomas, der aus Kaiserslautern stammt und seit knapp fünf Jahren in St. Ottilien lebt. Pater Vianney Meister schlägt in seiner Predigt die Brücke zum Kloster: „Früher sind Kinder als ‚pueri oblati’, als ‚Gott geweihte Kinder’ im Kloster aufgewachsen“, so der Benediktiner.

Zu den beiden emotionalsten Momenten dieses Tages gehörte folgendes Opfergebet: „Suscipe me, Domine secundum eloquium tuum et vivam, et non confundas me ab expectatione mea – Nimm mich auf, o Herr, nach deinem Wort, und ich werde leben; lass mich in meiner Hoffnung niemals scheitern“.

Dreimal sang der Mönch dies, knieend und mit ausgebreiteten Armen auf dem Weg vom Kirchenschiff zum Altar. Schließlich folgte die endgültige Aufnahme in den größten Konvent Süddeutschlands durch den Friedenskuss mit allen seinen über 60 anwesenden Mitbrüdern. „Das war ein ganz starkes Zeichen und hat mich sehr berührt“, so Brüch im Anschluss.

Rein äußerlich ist Bruder Thomas jetzt auch als „Vollblut-Missionsbenediktiner“ zu erkennen: Den feierlichen Abschluss der Profess-Zeremonie bildete nämlich die Einkleidung mit der Kukulle durch den Erzabt. Diese ist ein schwarzes, durchgehendes Gewand mit langen, weiten Ärmeln. Getragen wird die Kukulle aber nur in der Liturgie und bei anderen besonderen Anlässen über dem für alle üblichen Habit. Im alltäglichen Leben, das Bruder Thomas sowieso häufig sportlich gekleidet beim Radeln oder Fußball mit seinen Tagesheim-Kindern absolviert, ändert sich also recht wenig. (mjk)

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