Wilhelm Lehmann geht in den Ruhestand.

Kommunalwahl 2020

Nach drei Amtsperioden loslassen können

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Drei Amtsperioden lang war Wilhelm Lehmann Rathauschef in Geltendorf. „Jetzt muss man auch loslassen können“, sagt der jetzt 60-Jährige.

Geltendorf – Bei der Wahl 2020 will er nicht mehr antreten, auch wenn er dann die Altersgrenze für hauptberufliche Bürgermeister noch nicht erreicht hat. Doch nach insgesamt 43 Jahren im Berufsleben soll Schluss sein.

Bevor Lehmann 2002 zum ersten Mal ins Amt gewählt wurde, war er 25 Jahre lang Polizeibeamter. Als Zugereister ohne Gemeinderatserfahrung fehlten ihm in der Anfangszeit all jene Hintergrundkenntnisse, die ein Einheimischer automatisch mitbringt. „Man muss ja nicht nur wissen, wem gehört der Acker, sondern warum.“

Ein großer Teil seiner Amtszeiten wurde begleitet vom Streit über den Neubau des Feuerwehrhauses. Dass es im vergangenen Jahr in Betrieb genommen werden konnte, ist für Lehmann einer der Höhepunkte seiner Bürgermeisterjahre. Weniger kontrovers wurden das Feuerwehrhaus und das Einkaufszentrum in Kaltenberg realisiert, Fahrzeuge und Ausstattung angeschafft, neue Baugebiete ausgewiesen, die Ringleitung der Wasserversorgung fertiggestellt und der Trinkwasserbrunnen in Walleshausen saniert. Bei der Suche nach einem neuen Brunnenstandort im Bereich Geltendorf ist man inzwischen westlich der Ortschaft fündig geworden. Sobald es die Witterung zulässt, sollen Probebohrungen stattfinden.

Ungelöst ist nach wie vor, was mit der sanierungsbedürftigen Paartalhalle in Walleshausen geschehen soll. Auch die Überlegungen hinsichtlich eines geplanten neuen Wohngebiets westlich der Bahnhofstraße in Geltendorf stagnieren, weil mit den Grundeigentümern keine Einigung zu erzielen sei.

Am meisten Freude machen Lehmann die Begegnungen mit den Bürgern. „Ich habe Menschen kennengelernt, die man sonst nicht kennengelernt hätte.“ Gerade der älteren Generation gegenüber, die den Wohlstand hierzulande begründet habe, empfinde er als Sohn von Heimatvertriebenen große Dankbarkeit.

Gänzlich will er sich nicht aufs Altenteil zurückziehen, wenn er im Frühjahr 2020 mit seiner vielfältigen Mineraliensammlung das Büro im Rathaus räumt. Lehmann möchte sich ehrenamtlich engagieren, die Dorfgeschichte niederschreiben, daheim eine umfangreiche To-Do-Liste abarbeiten und endlich mehr Zeit mit seiner Frau und den erwachsenen Kindern (29 und 25 Jahre) verbringen.

Und dann sind da noch die Blue Knights, eine internationale Vereinigung motorradfahrender Polizisten, die karitative Zwecke unterstützen. Mit ihnen ist er in den letzten Jahren in Rom und Rumänien gewesen. Weitere Touren sollen folgen.

Wer Lehmann im Rathaus beerben könnte, ist offen. In der Gemeinde rechnen viele mit einer Kandidatur des derzeitigen Vize-Bürgermeisters Robert Sedlmayr (ÖDP). CSU und SPD halten sich noch bedeckt, was die Namen möglicher Kandidaten angeht. os

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