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Bis ins Jahr 2020 wird das Kloster eine Baustelle sein. 

In St. Ottilien

Klosterkirche: Warum alte Steine die Kirche aufhübschen

St. Ottilien - Bagger und Baustellenoptik bestimmen seit geraumer Zeit das Bild der Klosterkirche von St. Ottilien. Nachdem die Arbeiten an den Stützpfeilern und Fundamenten abgeschlossen sind, geht die Sanierung nun in die zweite Runde.

An der Fassade sollen marode Ziegel ersetzt und ausgewaschene Fugen erneuert werden. Eine Mammutaufgabe, die mit der zusätzlichen Schwierigkeit verbunden ist, dass die Kirche ihr historisches Aussehen behalten soll. Deshalb dürfen nur ganz bestimmte Materialien verwendet werden. Bei der Suche danach kam den Mönchen der Zufall zu Hilfe. Das Mauerwerk besteht aus Backsteinen, von denen etliche korrodiert und verwittert sind. Ihre oberste Schicht muss abgemeißelt und mit Streifen möglichst identischer Ziegel neu verblendet werden.

Während die Mönche bereits darüber nachdachten, eine Ladung handgefertigter Lehmziegel bei einer Spezialfirma zu bestellen, tauchten an Ort und Stelle alte Bestände auf. Bruder Odilo Rahm, der das Sanierungsprojekt leitet, entdeckte sie im Bauhof des Klosters. Aus der Zeit des Kirchenbaus stammen die Backsteine wohl nicht mehr, eher von einem Stück abgerissener Klostermauer. Das spielt aber keine Rolle. „Die Hauptsache ist, dass es haargenau die gleichen Ziegel sind“, so Bruder Odilo. Wichtig ist das deshalb, weil der Denkmalschutz bei der Sanierung ein gewichtiges Wörtchen mitredet. Zur Anschauung wurden inzwischen zwei Musterstellen an der Kirchenmauer entsprechend bearbeitet. Sie sollen noch in diesem Monat von Experten des Denkmalamts inspiziert werden.

Kreuze als Markierung

Odilo Rahm ist zuversichtlich. Man habe die Stellen sogar mit Kreuzen markieren müssen, um sie überhaupt noch vom Original unterscheiden zu können. Stimmt das Amt zu, fließen auch die entsprechenden Zuschüsse.

Zunächst werden die West- und die Nordfassade in Angriff genommen. Wie viele Steine insgesamt ersetzt werden müssen, weiß noch niemand, aber der Aufwand dürfte immens werden. „Das wird eine Sisyphosarbeit“, befürchtet Rahm. Außerdem werden in den kommenden Monaten neue Regenrinnen und Fallrohre an der Kirche angebracht. Sie sollen künftig verhindern, dass Feuchtigkeit in die Mauern eindringt. Am westlichen Vorbau, dem sogenannten Vorzeichen, müssen Risse in den Stützpfeilern gefüllt und das Mauerwerk stabilisiert werden.

Noch immer gesperrt ist die Treppe zum Haupteingang, die ebenfalls auf die Sanierung wartet. Besucher betreten das Gebäude durch einen Seiteneingang. Größere Beeinträchtigungen durch die Arbeiten soll es nicht geben. Bis zum Benediktusfest im Juli, so hofft man, werde die Haupttreppe wieder hergestellt und begehbar sein.

Ulrike Osman

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