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Ewald Bensch hat rund um den Bahnhof Geltendorf schon brenzlige Situationen erlebt.

In Geltendorf

Parkchaos nervt S-Bahnpendler

Die Parkplätze an den S-Bahnhöfen reichen schon bei Normalbetrieb nicht aus. Wenn dann noch etwas Außergewöhnliches dazukommt, bricht das Chaos aus. Aktuelles Beispiel: Geltendorf.

Geltendorf – Geparkte Autos auf Geh- und Radwegen, in Kurven- und Durchfahrten auf Grünstreifen und in allen Seitenstraßen. „Das P&R-System ist kollabiert“, sagt Ewald Bensch. Zwischen Buchloe und Geltendorf fahren derzeit wegen Bauarbeiten keine Züge. Statt auf den Schienenersatzverkehr umzusteigen, kommen nun noch mehr Pendler mit dem Auto nach Geltendorf als sonst.

Ewald Bensch ist als Softwaretester in ganz Bayern unterwegs. Manchmal muss er einen Zug früh um sechs erwischen, manchmal erst später am Vormittag. Dass er dann noch sein Auto irgendwo in Bahnhofsnähe abstellen kann, ist praktisch unmöglich geworden. „Neulich waren morgens um sieben bereits alle regulären und irregulären Parkplätze belegt“, erzählt der Geltendorfer. „Nach zehn Uhr finden MVV-Fahrgäste in fußläufiger Entfernung keine Stellflächen.“

Bensch weiß sich manchmal nicht anders zu helfen, als zur S3 nach Mammendorf auszuweichen. „Aber dort“, sagt er, „ist ja eigentlich auch kein Platz.“ In Mammendorf ist die Parklpatznot so groß, dass die Gemeinde ein Parkdeck bauen will.

In Geltendorf werden die Parkplätze zusätzlich verknappt, weil im hinteren, mit Rasengittersteinen ausgelegten Bereich des nördlichen P&R-Platzes nicht vernünftig gemäht werde, sagt Bensch. Nutzer meiden die verkrauteten Ecken und blockieren so zwei Parkbuchten. Auch auf dem Hauptparkplatz werde nicht immer akkurat geparkt, so der 52-Jährige. Dort sind die Begrenzungslinien der Stellflächen kaum noch zu erkennen. „Die hätten längst nachgemalt werden sollen.“

Weil es in Nebenstraßen und Durchfahrten so eng hergeht, hat Bensch in der vergangenen Woche brenzlige Situationen erlebt. Pkw kommen kaum aneinander vorbei, größere Fahrzeuge schon gar nicht. Vor einigen Tagen ließ die Polizei zwölf Falschparker abschleppen. „Wenn man ein System hat, dass im Normalbetrieb schon an der Lastgrenze operiert, bricht es bei Überlastung zusammen“, sagt Bensch, der Vize-Ortschef der SPD ist.

Auch beim Schienenersatzverkehr gebe es, neben der längeren Fahrzeit, hausgemachte Probleme. So seien die Busfahrer offenbar nicht darüber informiert, wenn S-Bahnen und Züge aus München verspätet in Geltendorf eintreffen. Eine Anzeigetafel in der Nähe der Bushaltestelle gibt es nicht. „Das Erreichen der Umsteigemöglichkeit ist aber wichtig“, betont Bensch. Wem der Bus einmal vor der Nase weggefahren ist, der komme am nächsten Tag sicher auch mit dem Auto.

Ulrike Osman

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