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Noviziatsaufnahme in St. Ottilien: (v.l.) Bruder Matthäus Mayer (Assistent des Novizenmeisters), Bruder Immanuel Lupardi, Bruder Lukas Feurer, Pater Otto Betler (Novizenmeister). Rec hts: Erzabt Wolfgang Öxler.  

Vesper

Aufnahme ins Kloster als Internet-Messe

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Die Aufnahme von Novizen ins Klosterleben ist normalerweise kein großes Ereignis. Üblich ist lediglich eine kurze interne Zeremonie. Jetzt ist man in St. Ottilien von dieser Praxis abgewichen.

St. OttilienIm Rahmen eines abendlichen Vespergebets wurden zwei neue Mitbrüder in die Gemeinschaft der Missionsbenediktiner aufgenommen. Die Öffentlichkeit durfte zuschauen: Die Mönche übertrugen den Gottesdienst live im Internet. Man wolle in der momentanen schweren Zeit ein Zeichen der Hoffnung setzen und in der vorösterlichen Zeit Zuversicht vermitteln, hieß es in einer Pressemitteilung des Klosters. In der Spitze verfolgten 200 Zuschauer die Zeremonie in der Herz-Jesu-Kirche. Erzabt Wolfgang Öxler bezog in seiner Predigt die „Mitfeiernden zu Hause“ ausdrücklich ein.

Die Bankreihen vor ihm mussten aufgrund der aktuellen Beschränkungen leer bleiben. Auch die Mönche hielten Abstand – sie ließen zum Nachbarn jeweils einen Sitzplatz frei.

Die Hauptpersonen an diesem Tag waren die beiden Novizen, Daniele Lupardi und Markus Feurer. Für sie beginnt nun eine einjährige Probezeit im Kloster. „Es steht euch in diesem Jahr noch frei, uns auch wieder zu verlassen“, so der Erzabt. „Auch wir werden prüfen, ob ihr für das Leben in unserer Gemeinschaft geeignet seid.“

Als sichtbares Zeichen wurde den beiden das sogenannte Skapulier – ein Gewand, das über der Tunika getragen wird – über den Kopf gestreift. Außerdem erhielten sie je eine Ausgabe der Ordensregel des Heiligen Benedikt und ihre Ordensnamen. Aus Daniele Lupardi wurde Bruder Immanuel, aus Markus Feurer Bruder Lukas.

Beide Novizen verlassen mit dem Eintritt ins Kloster in der Lebensmitte erfolgreiche Berufslaufbahnen. Feurer ist 46 Jahre alt und arbeitete zuletzt als leitender Angestellter in einem technischen Betrieb. Lupardi, der dem Vernehmen nach einer italienischen Adelsfamilie entstammt, war Realschullehrer in Baden-Württemberg. Der 39-Jährige unterrichtete unter anderem Deutsch, Geschichte, Geographie und Philosophie. Eine Zeitlang leitete er im Landkreis Ravensburg eine Kinder- und Jugendakademie für Hochbegabte. In St. Ottilien sitzt er nun selbst wieder auf der Schulbank. Die Novizen erhalten jeden Vormittag Unterricht in Ordensgeschichte, Liturgie, Kirchen- und Ordensrecht. Nachmittags arbeiten sie in den verschiedenen Klosterbetrieben mit.

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