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Im festhlicchen Rahmen der Klosterkirche wurden die 75 Abiturienten von St. Ottilien verabschiedet. 

Abi-Feier

St. Ottiliens Absolventen schreiben Abitur-Geschichte

75 Abiturzeugnisse wurden in St. Ottilien überreicht. Fast alle, nämlich 94 Prozent, hatten eine Eins oder Zwei vor dem Komma, fünf trugen sogar die Traumnote 1,0. 

St. Ottilien – Doch der scheidende Jahrgang aus dem Kloster-Gymnasium zeichnete sich offenbar nicht nur durch überdurchschnittliche Geistesgaben aus, sondern auch durch musisches und soziales Engagement.

Eine eigene Musical-Produktion steht dafür als Beispiel. In ihrer Abi-Rede legten Michelle Schamberger und Maximilian Diemer dann auch augenzwinkernd ein gesundes Selbstvertrauen an den Tag: „Wir hinterlassen mehr als nur unsere Namen im Jahrbuch, wir hinterlassen riesige Fußstapfen.“ Ihre Schulzeit verglichen die beiden mit den Kapiteln eines Buches. Jeder Schüler habe in den acht Jahren am Rhabanus-Maurus-Gymnasium seine eigene Geschichte geschrieben – „ob Einakter, Komödie, bürgerliches Trauerspiel oder Bildungsroman“. Erfreulicherweise habe jedes Kapitel ein Happy End gehabt. Auch das letzte, denn alle Schüler des Jahrgangs haben das Abitur bestanden.

Wenn es nun daran geht, das nächste Kapitel der eigenen Lebensgeschichte zu schreiben, dann nehmen sie nicht nur Wissen aus St. Ottilien mit. „Wir haben hier gelernt, respektvoll, human, weltoffen und tolerant zu sein“, so M Diemer. Außerdem habe die Schule jedem ermöglicht, seine Talente zu entdecken. Mit St. Ottilien als „einzigartigem, wunderbaren Ort“ werde man deshalb immer verbunden bleiben. Eine gute Verbindung gab es Michelle Schamberger zufolge auch zwischen den ursprünglich drei Parallelklassen. „Aus leeren Seiten, die lose zu drei Bänden zusammengebunden waren, wurde innerhalb von zwei Jahren ein einziges Buch.“

Sehr zufrieden mit dem scheidenden Jahrgang zeigte sich Schulleiter Michael Häußinger. Statt viele Worte über das große Engagement zu verlieren, ließ er Bilder sprechen – in Gestalt eines von den Schülern produzierten Films zum Projekt Lehrer-Feedback, das Häußinger besonders am Herzen liegt. In dem Video wurde in fünf witzigen Szenen dargestellt, was beim Ausfüllen der Bewertungsbögen beachtet werden sollte, „damit die Lehrer wirklich etwas damit anfangen können“. Die Regeln lauten demnach: Sich nicht beim Lehrer einschleimen, ihm nichts heimzahlen, nicht abschreiben, die Mitschüler nicht beeinflussen, das Ganze ernst nehmen und Kritik ehrlich, aber freundlich formulieren.

Elternbeiratsvorsitzende Christiane Drexler verglich die Schule mit einem Musikstück, in dem die Schüler die Noten seien. „Ob hoch oder tief, laut oder leise, langsam oder schnell – jeder hat seinen Platz. Denn wenn man einen Ton weglässt, stimmt die ganze Harmonie nicht mehr.“ Sie wünschte den Abiturienten, dass sie St. Ottilien als Ohrwurm mit ins Leben nehmen. „Denn was macht jemand, der einen Ohrwurm hat? Er pfeift und lächelt, ist fröhlich und motiviert.“

Erzabt Wolfgang Öxler gefiel der musikalische Vergleich so gut, dass er spontan in wenigen Minuten ein Lied komponierte . Den Abiturienten wünschte er, dass sie „leben und blühen wie eine Sonnenblume“ – mit einer Mitte, mit Strahlen und Wurzeln. Und er hoffte, dass sie nicht als „lahmarscherte Christen“ durch die Welt gehen würden. „Wir brauchen Menschen, die sich für etwas einsetzen.“ (Von Ulrike Osman)

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