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Ein Graben markiert im Streichenlaich-Wäldchen die ehemalige Trasse des Astes der Ammersee-Bahn. 

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Vergessene Orte im Landkreis Fürstenfeldbruck: Das Versteck der Munitionszüge

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Das Gleis war nur einen Kilometer lang. Doch für Geltendorf hätte es direkt in die Katastrophe führen können.

Geltendorf –  Während des 2. Weltkrieges versteckten die Nazis auf den Schienen im Waldstück Streichenlaich mit Munition beladene Züge. Hätten die Alliierten davon Wind bekommen, hätten ihre Bomben auch Geltendorf treffen können.

Der Ort blieb verschont. Die Schienen sind längst abgebaut. Aber die ehemalige Trasse ist noch zu sehen. Im südlichen Abschnitt, nahe der Bahnstrecke München-Lindau, durchschneidet ein V-förmiger Graben den Mischwald. Im Norden, nahe dem Gleis der Ammersee-Bahn, erinnert ein aufgeschütteter Damm an sie.

1907 baute die Bayerische Staatsbahn eine Unterführung für die 1898 eröffnete Ammersee-Bahn, die so unter der Strecke nach Lindau durchgeführt wurde. Das schreibt Autor Andreas Janikowski in seinem Buch „Die Ammersee-Bahn. Verkehrsentwicklung im westlichen Oberbayern“. Bis dahin führte die Linie direkt in den Geltendorfer Bahnhof. Das letzte Teilstück wurde nun nicht mehr gebraucht. Die Schienen blieben aber liegen – und dienten später als Versteck für die Munitionszüge.

Die Ammersee-Bahn sollte laut Janikowski weiter östlich verlaufen. Das damals noch junge Kloster St. Ottilien bewegte die Eisenbahndirektion aber dazu, die Strecke über Geltendorf zu planen. Der Grund: Man brauchte Baumaterial. Und das ließ sich seinerzeit am einfachsten per Bahn anliefern. Den Bahnhof St. Ottilien gibt es noch heute. 

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