Israel schränkt Zugang zum Tempelberg wieder ein - Neue Gewalt befürchtet

Israel schränkt Zugang zum Tempelberg wieder ein - Neue Gewalt befürchtet
+
Ein Teil des Teams: Ulrich Finke, Rüdiger Cornelsen und Allgemeinarzt Husam Salama. 

Gemeinsames Schul-Projekt von Muslimen und Christen

Fürstenfeldbruck – Interreligiöse Zusammenarbeit – was sperrig klingt, kann im Grunde ganz einfach sein. Zum Beispiel bei der neuen Al-Nur-Moschee im Brucker Westen. Dort soll eine Hausaufgabenbetreuung entstehen, bei der Muslime und Christen zusammenarbeiten.

„Etwas gemeinsam tun dient dem Frieden“, sagt Ulrich Finke. Der ehemalige Dekan aus Bruck hat Erfahrung mit Hausaufgabenbetreuung. Er ist Leiter des Angebots in der Gnadenkirche. Was ihn an dem neuen Projekt reizt: „Christen und Muslime lächeln sich nicht nur an – sondern tun etwas gemeinsam.“

Der Vorschlag zur Zusammenarbeit kam von der muslimischen Gemeinde, die sich im Herbst unter der Trägerschaft des dafür neu gegründeten Muslimischen Brucker Kulturvereins zusammengefunden hat. Der Vorsitzende Husam Salama freut sich darüber, dass man eine Zusammenarbeit zwischen Christen und Muslimen in Angriff nimmt. Die Interaktion und Kooperation zwischen Religionsgemeinschaften sei eine wichtige Aufgabe, betont Salama. „Wo es möglich ist, sollte man versuchen, das Gemeinsame zu finden“, sagt Salama.

Nachhilfe in der neuen Moschee

Die Verantwortlichen wollen in den neu eingerichteten Räumen direkt an der S-Bahn-Station Nachhilfe geben. Hausaufgabenhelfer aller Glaubensrichtungen sollen zusammenarbeiten und ein Beispiel für gelungene Integration sein. Mit dieser Idee ist Salama an Finke herangetreten. Er habe sich an die Gnadenkirche gewandt, weil sie Erfolg mit ihrer Einrichtung habe, sagt Salama. Zudem kennt er Ulrich Finke persönlich, da er dessen Hausarzt ist.

Ein Probelauf hat schon stattgefunden. Richtig losgehen soll es im Herbst, sagt Ulrich Finke. Geplant ist vorerst ein Termin pro Woche. „Wenn der Bedarf mehr wird, dann wird es vielleicht auch mehr“, sagt Salama. Bis dahin müssen die Organisatoren, sowohl von muslimischer als auch von christlicher Seite, aber noch mehr ehrenamtliche Helfer für das Projekt zusammenbringen. Einige qualifizierte Kräfte – unter ihnen ein Ingenieur, ein Biologe und ein Meteorologe – habe man schon gefunden, erzählt Ulrich Finke. Vor hohen Anforderungen scheuen muss sich niemand, der mithelfen will. Für die Mitarbeit in der Hausaufgabenbetreuung reichen für das Grundschulalter Allgemeinbildung und für die Klassenstufen fünf bis zehn solide Schulkenntnisse in Deutsch, Mathe oder Englisch. „Ich bin zuversichtlich, dass wir das Team zusammenbringen“, sagt Finke. Auch in den katholischen Gemeinden in Bruck wird Werbung für die Hausaufgabenbetreuung gemacht. „Jedes Kind, das denkt, dass es Hilfe braucht, ist gerne eingeladen“, sagt Salama. 

Fabian Dilger

Kontakt

Wer mithelfen will kann sich beim Muslimischen Kulturverein melden unter der Telefonnummer (0 81 41) 9 24 98 oder per E-Mail an uli_finke@web.de. Gesucht werden momentan vor allem Betreuer für Grundschulkinder.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Ein ehrlicher Finder aus Afghanistan
Hut ab vor diesem Asylbewerber: Ohne lange zu überlegen, hat er eine am Brucker Bahnhof gefundene Brieftasche zu Fuß quer durch die Stadt zur Polizeiinspektion gebracht.
Ein ehrlicher Finder aus Afghanistan
Allings Rohrnetz-Sanierung kostet 8,3 Millionen Euro
In fünf Abschnitten bis zum Jahr 2025 wird die Erneuerung von gut 15 Kilometern Rohrnetz in Alling abgewickelt. Das kostet insgesamt 8,3 Millionen Euro.
Allings Rohrnetz-Sanierung kostet 8,3 Millionen Euro
Streit um Emmeringer Friedhofsgebühren lebt auf
Der Streit um die neuen Friedhofsgebühren in Emmering geht weiter: Der Gemeinderat konnte sich nicht einigen. Jetzt will der Bürgermeister die Kommunalaufsicht …
Streit um Emmeringer Friedhofsgebühren lebt auf
Straßennamen: Jetzt werden Bürger befragt
Sollen Straßennamen mit Nazi-Hintergrund weg oder nicht? In Bruck zieht sich diese Debatte seit Jahren. Nun können dieBürger neue Namen vorschlagen.
Straßennamen: Jetzt werden Bürger befragt

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion