Kreisheimatpfleger Toni Drexler (l.) gratulierte der SPD Maisach-Gernlinden zum 95. Geburtstag. Gefeiert wurde im Schützenheim. Foto : Voxbrunner

Genossen leisteten Pionierarbeit im politischen Maisach

Maisach - Eher zurückhaltend und beschaulich hat der SPD-Ortsverein Maisach-Gernlinden sein 95-jähriges Bestehen begangen. Dennoch blicken die Genossen mit Stolz auf diese Zeit zurück.

„Wir freuen uns hier und jetzt. Zwar sind es keine 150 Jahre wie bei der Bundespartei, aber wir feiern“, sagte Ortsvorsitzender Bernhard März. Er erinnerte darin, dass die SPD innerhalb der politischen Gemeinde Maisach auf die eine oder andere Pioniertat verweisen könne. So stelle man mit Waltraut Wellenstein die erste Frau, die ein Bürgermeisteramt inne hat.

Auf große Reden zu eigener Vergangenheit und aktueller Politik verzichteten die Maisacher Sozialdemokraten. Sie ließen sich von Kreisheimatpfleger Toni Drexler eher hintergründig zum Geburtstag gratulieren. Er ist ehemaliges Mitglied. „In meiner Sturm- und Drangzeit war ich auch bei euch Genosse“, verriet Drexler und blickte dabei in das eine oder andere überraschte Gesicht. Das war aber fast schon die einzige politische Aussage Drexlers, der die Besucher im Schützenheim lieber mit sechs Sagen aus der heimische Welt unterhielt.

„Die Maisacher zogen gern und viel in fremde Länder“, begann Drexler und streifte doch leicht hintergründig die Maisacher SPD-Geschichte: „Sogar frühere Landgrafen waren darunter.“ Ein kleiner Seitenhieb auf den reisefreudigen Gerhard Landgraf, der von 1972 bis 2008 Bürgermeister von Maisach war.

Dass bereits 85 Jahre vor der Amtsübernahme Landgrafs Sozialdemokraten Maisacher Boden gestreift hatten, vergaß Drexler nicht. Es sei der Überwachungswut der damaligen Polizei zu verdanken, dass diese und spätere Aktivitäten überhaupt der Nachwelt erhalten geblieben sind. Freilich erinnere an den damaligen Versammlungsort, den Sommerkeller, gar nichts mehr an Sozialdemokratie: „Von den Roten dort ist nämlich nur noch das Rotlichtmilieu geblieben“, sagte Drexler.

Wie die Gemeinde der Sage nach zu ihrem Namen kam, wusste Drexler ebenso zu berichten. Ein Streit unter Nachbarn soll der Ursprung sein, wo einer der Beteiligten meinte: „Des is mei Sach‘ und dort is dei Sach‘“. Die Maisacher SPD, so Drexler habe durchaus auch gestritten, „weil Maisach stets auch ihre Sach‘ gewesen ist.“

Drexler freute sich auch darüber, dass die örtliche SPD einen „Feld-, Wald- und Wiesenheimatpfleger als Grußredner zu sich geladen habe“. An dieser Stelle folgte dann doch noch ein politischer Seitenhieb an den früheren Bayerischen Ministerpräsidenten und die örtliche CSU, die Edmund Stoiber zum Neujahrsempfang geladen hatte. „Gegen den großen Transrapidexperten kann ich nicht mithalten. Eigentlich.“

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