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Vor Gericht

Drohen, beleidigen, nötigen: Angeklagter macht es immer wieder

Olching – Zehn Eintragungen wies das Vorstrafenregister eines 45-jährigen Olchingers bereits auf. Allein acht Mal war der arbeitslose Mann wegen Beleidigung verurteilt worden. Jetzt war er erneut wegen Nötigung und Bedrohung vor das Amtsgericht zitiert worden.

Zuletzt wurde er vor zwei Jahren wegen Sachbeschädigung zu einer drei monatigen Bewährungsstrafe verurteilt. Er hatte im Januar 2014 diverse Utensilien der Tochter seiner Lebensgefährtin aus dem Fenster geworfen. Unter anderem eine Stereoanlage, CDs, Blumentöpfe und Bilderrahmen waren dabei zu Bruch gegangen. Der Staatsanwalt wollte den 45-Jährigen unter anderem wegen erneuter Beleidigungen für neun Monate hinter Gitter schicken. Das Schöffengericht beließ es dann aber bei einer achtmonatigen Freiheitsstrafe, die zudem zur Bewährung ausgesetzt wurde.

Mitbewohnerinnen aus seinem Wohnhaus, die Tochter seiner Lebensgefährtin und deren Ex-Freund hatte der 45-Jährige nicht nur beleidigt, sondern teils auch in Angst und Schrecken versetzt. Eine 16-Jährige saß weinend auf dem Zeugenstuhl und berichtete, dass der 45-Jährige gedroht habe, ihr den Schädel einzuschlagen. „Ich habe ziemlich viel Angst“, gestand das junge Mädchen. Ihrer Mutter hatte er gedroht, sie „zu stiefeln“, hatte sie zudem beleidigt, weil es ihn gestört hatte, dass die Frau mit hohen Absätzen die Treppe des gemeinsamen Hauses hinuntergegangen war.

Mann droht immer wieder

Dem ehemaligen Partner der Tochter seiner Freundin, die von ihm ebenfalls beleidigt worden war, hatte er den Stinkefinger gezeigt. Als der junge Mann diese Beleidigung mit einer ironischen Geste, einem erhobenen Daumen, quittierte, war er mit seinem Fahrrad auf den Gehsteig gerollt und rasant auf den jungen Mann zugefahren.

Ob er dann selber in letzter Sekunde ausgewichen war oder der junge Mann ihn zur Seite gedrängt hatte, dazu gingen die Aussagen des Betroffenen und zweier Zeugen auseinander. Der Angeklagte selber hatte dazu erklärt, er habe seinen Kontrahenten lediglich zur Rede stellen wollen. Der Staatsanwalt aber schenkte den Zeugen Glauben und beantragte, dass der Angeklagten zuzüglich zu den Beleidigungen und Bedrohungen wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung und gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr verurteilt und dafür für neun Monate ins Gefängnis geschickt wird.

Das Schöffengericht verurteilte den 45-Jährigen aber nur wegen versuchter Nötigung, Beleidigung und Bedrohung und beließ es bei einer achtmonatigen Bewährungsstrafe. Der Verteidiger hatte auf sechs Monate auf Bewährung plädiert.

Das Gericht ging davon aus, dass er bei seiner Aktion mit dem Fahrrad den Kontrahenten nicht verletzen, sondern erschrecken wollte. Vor dem Gefängnis haben den Olchinger gesundheitliche Gründe bewahrt. Zum einen wurde ihm von einer Gutachterin eine eingeschränkte Schuldfähigkeit attestiert. Zum anderen hatte er vor einem Jahr einen Herzinfarkt erlitten und musste anschließend zwei Mal operiert werden. Er muss jetzt einen Anti-Aggressions-Kurs absolvieren und 1500 Euro an den Verein Sprint bezahlen. 

sus

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