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Bei der Anprobe: Ein Flüchtlingskind schlüpft in der neuen Kleiderkammer in eine warme Jacke – hinten am Regal werden ebenfalls dicke Klamotten ausgewählt.

Kleiderkammer eröffnet

Hier können sich Flüchtlinge neu einkleiden

Germering – Im Juli musste die Kleiderkammer für Flüchtlinge im Don-Bosco-Haus schließen. Jetzt hat eine neue eröffnet.

Wenn Flüchtlinge bei uns ankommen, haben sie oft nur einen Rucksack voller Kleider dabei. Das heißt, die Menschen brauchen dringend Nachschub – und das am besten günstig. Deshalb gibt es in Germering nun wieder eine Kleiderkammer. Die Eröffnung war ein Riesenerfolg.

„Wir wurden total überrannt“, erzählt Sylvie Karl vom Helferkreis Asyl Don Bosco gestern Abend begeistert. Am Nachmittag um 15 Uhr hatte die neue Kleiderkammer in der Hartstraße 8 eröffnet. „Teilweise mussten die Menschen draußen warten, weil wir nicht genug Platz hatten.“ Bestimmt 30 oder 40 Asylbewerber, viele mit Kindern, waren gekommen, um sich vor allem für die nun folgenden frostigen Tage einzukleiden. Pullover und Jacken waren die Verkaufsschlager.

„Jeder ist mit einer riesigen Tüte voller Klamotten hinaus gegangen“, erzählt Sylvie Karl. Die Schuhe, Hosen, Shirts, Mützen, Handschuhe und Jacken, die die Helfer in ihrem jeweiligen Bekanntenkreis gesammelt hatten, kamen bei den Flüchtlingen gut an. „Wir haben für jeden was gefunden.“ An einen Kunden erinnert sich die Helferin besonders: „Da war ein junger Mann aus Pakistan. Der hat seinen neuen Wollpulli gleich anbehalten.“ Selbstverständlich nachdem er ihn bezahlt hatte.

Denn in der neuen Kleiderkammer des Helferkreises gibt es die Klamotten nicht geschenkt. Das Team verlangt zwischen 50 Cent und drei Euro pro Teil. „Auf diese Weise suchen die Flüchtlinge sorgfältiger aus, was sie mitnehmen“, erklärt Sylvie Karl. Außerdem kaufen die ehrenamtlichen Helfer von dem Geld neue Unterwäsche und Socken, denn Gebrauchtes für drunter gibt es aus hygienischen Gründen nicht in der Kleiderkammer. „Die Kunden bekommen ihr Geld also quasi wieder zurück“, erklärt die Helferin. Beschwert habe sich über den Obolus jedenfalls niemand.

Bis zum vergangenen Juli hatten die Helfer eine Kleiderkammer an anderer Stelle betrieben – und zwar im Don- Bosco-Haus in der Parkstraße. „Im Sommer wurden unsere Räumlichkeiten dann aber als Wohnung für Asylbewerber gebraucht“, erklärt Sylvie Karl. Also musste die Kleiderkammer schließen. „Leider“, sagt die Helferin. Die Arbeit in der Kleiderkammer habe allen immer großen Spaß gemacht. „Dort haben wir immer guten Kontakt zu den Flüchtlingen gehabt und viele von ihnen kennengelernt.“ Nun ist das wieder möglich.

Die Jesus-Christus-Kirche hatte einen Raum übrig und stellte ihn dem Helferkreis für die Kleiderkammer zur Verfügung. Der etwa 30 Quadratmeter große Raum im Gebäude der „Blue Bar“ ist ab sofort jeden Montag von 15 bis 18 Uhr geöffnet. Asylbewerber aus allen Germeringer Unterkünften (Don Bosco, Starnberger Weg und Turnhalle Max-Born-Gymnasium) können dort einkaufen.

Wer Kleider spenden möchte, kann sich die Bedarfslisten auf der Homepage www.helferkreis- germering.de durchlesen und sich per Mail melden unter info@helferkreis-germering. de. Außerdem sucht der Helferkreis Ehrenamtliche für die Kleiderkammer. Gerne können Interessierte montags einfach vorbeikommen.

von Carolin Nuscheler

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