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Bernd Blöderl mit Gremmy. Die beiden entdeckten die Giftköder.

Tierhasser unterwegs

Hunde-Giftköder: Herrchen rettet Gremmy in letzter Sekunde

Germering – Sie sehen aus wie Wiener Würstchen, können aber den Tod bringen: Im Wald zwischen Germering und Freiham sind Giftköder ausgelegt worden. Entdeckt haben sie ein Germeringer - und dessen gefräßige Hündin.

Diese giftigen Hundeköder wurden in Germerirng gefunden. 

Das Waldstück zwischen Industriegleis und Gut Streiflach gehört zu den bevorzugten Gassi-Revieren von Bernd Bölderl und seiner Hündin. Das Tier ist zwei Jahre alt und sehr lebhaft. Der 69-Jährige hat Gremmy vor drei Monaten zu sich geholt. Vorher lebte die Hündin auf der Straße und musste sich ihr Futter selbst suchen. „Die frisst alles, was sie findet“, erklärt Bölderl. Er ist darauf geeicht, die Ränder der Spazierwege ständig abzusuchen.

Germeringer entdeckt die Würstl

Deshalb sieht er am Montagmorgen das erste Stück Wurst auch, bevor Gremmy es sich schnappen kann. Bölderl kommt die Sache gleich komisch vor. Erst recht, nachdem er zwei Schritte weiter ein zweites Stück entdeckt. In der Wurst stecken seltsame Körner. „Ich hab die Gremmy ganz kurz an die Leine genommen“, berichtet er.

Etwas weiter findet der 69-Jährige einen dritten Köder. Er steckt ihn ein. Einen 78-jährigen Hundebesitzer, der des Weges kommt, warnt er. Da beide Männer kein Handy dabei haben, ruft Bölderl die Polizei an sobald er daheim ist.

In den Ködern ist Giftweizen

Die Beamten untersuchen den Köder und stellen schnell fest, dass er präpariert ist. „Die Körner muss jemand so richtig mit der Pinzette hinein gefummelt haben“, berichtet Polizeisprecher Andreas Ruch. Schnell ist klar, dass es sich um Bromadiolon handelt, eine Substanz, die auch als Giftweizen bekannt ist. Sie wird vor allem in der Landwirtschaft zur Bekämpfung von Ratten und Mäusen eingesetzt. Je nach Dosierung und Größe des Tieres kann Bromadilion für Hunde tödlich sein.

Für Polizeisprecher Ruch gibt es keinen Zweifel daran, dass die Würstl absichtlich präpariert und ausgelegt wurden. Der Weg über das Industriegleis Richtung Streiflach ist bei Hundebesitzern beliebt. Allerdings lehre die Erfahrung, dass Tierhasser Köder nicht immer nur an einem Ort auslegen, sondern weiträumig verteilen. Ruch bittet alle Hundebesitzer um erhöhte Vorsicht. Weitere Funde sollen auf der Inspektion Germering gemeldet werden.

Im Jahr 2012 wurden in der Gegend schon einmal Giftköder gefunden – auch im Winter. Die ausgelegten Fleischbällchen sahen aber ganz anders aus. Sie waren mit einer blauen Substanz präpariert. Einen Zusammenhang mit den aktuell aufgetauchten Gift-Würstchen schließt Andreas Ruch aus. Überführt werden konnte der Tierhasser damals nicht.

Gremmy muss der Magen ausgepumpt werden

Bölderl und seine Gremmy haben nach den aufregenden Erlebnissen am Montag auf ihre Waldrunde bisher jedenfalls lieber verzichtet. Abgesehen davon hat die Hündin hat dem Rentner noch einen gehörigen Schrecken eingejagt. Stunden nach dem denkwürdigen Gassigehen geht es ihr schlecht, sie würgt und übergibt sich. Hat sie doch etwas von dem Gift erwischt? Der 69-Jährige bringt die Hündin zum Tierarzt. Untersuchungen, Magen auspumpen – das volle Programm.

Bange Augenblicke und 560 Euro später weiß Bölderl, dass nicht Gift die Ursache für Gemmys Unwohlsein war. „Aber das war es mir wert. Ich wollte einfach auf Nummer sicher gehen.

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