+
Die neue Weihnachtsbeleuchtung in den Straßen der Stadt hat keine adventlichen Elemente wie zum Beispiel Sterne.

Neue Beleuchtung am Netz

In Germering ist jetzt Weihnachten

Germering - Volles Weihnachtsprogramm am Samstag: Als erstes wurde der diesjährige Christkindlmarkt eröffnet, dann konnten die Germeringer erstmals die neue adventliche Straßenbeleuchtung bestaunen. Obendrauf war der OB am Nachmittag als Nikolaus verkleidet in der Stadt unterwegs.

Die staade Zeit hat in Germering mit einem weihnachtlichen Wetteinsatz begonnen. Das Stadtoberhaupt persönlich übernahm für eine Stunde die Stellvertreterrolle des Heiligen Nikolaus. Höchst standesgemäß hatte Oberbürgermeister Andreas Haas Äpfel, Nüsse und Süßigkeiten in seinem Sack dabei. Auf den Krampus hatte der Nikolaus aber verzichtet, dafür begleiteten ihn drei liebenswerte Engerl.

Kaum zu erkennen war Oberbürgermeister Andreas Haas, der als Nikolaus verkleidet durch die Straßen zog und mit Hilfe seiner drei Engel Kinder beschenkte.

Sicher trug das auch dazu bei, dass der Spaziergang des Nikolaus in Person von Haas durch die Germeringer Innenstadt ein Erfolgserlebnis wurde. „Jedes Kind hat seinen Namen laut und deutlich gesagt, als ich es gefragt habe“, zeigte sich Haas von der Wirkung seines Auftretens als Heiliger angenehm überrascht.

Weitgehend ähnlich positiv fiel die Resonanz auf die neue Weihnachtsbeleuchtung in den Verkaufsstraßen rund um Stadthalle und Kleiner Stachus aus. Er pflege gerne weihnachtliche Traditionen, so Josef Schleindlsperger. „Aber ein wenig moderner Schwung darf durchaus sein“, meinte der 81-jährige Germeringer. „Sterne sind sowieso überall in den Geschäften und Schaufenstern zu sehen.“ Da sei diese Abwechslung bei der Straßenbeleuchtung wohltuend.

Die empfindet auch Melanie Trischdat als „durchaus passend für die Weihnachtszeit“. Das Licht sei sehr unaufdringlich, findet die 34-jährige aus dem Münchner Stadtteil Aubing. „Ich gehe gerne auf die Weihnachtsmärkte in meiner Umgebung“, erzählte sie. Auf weihnachtliche Symbole stoße man ja schon bereits seit Wochen. Da war es für die Münchnerin fast überraschend, dass die Stadt Germering darauf verzichtet. „So fällt mir die weihnachtliche Stimmung hier fast mehr auf“, lobte sie.

Im Gegensatz dazu findet Stefan Jungberger, dass etwas adventliche Symbolik nicht geschadet hätte. „Sterne und ähnliches gehört nun mal in diese Zeit“, stellt der 49 Jahre alte Germeringer fest. Das hätte die Stadt seiner Meinung nach beachten müssen. „Bei mir am Haus habe ich auch so etwas“, betonte Jungberger.

Den Duft von Lagerfeuer, Glühwein, Bratwurst und Crêpes, den Germerings Oberbürgermeister Haas bei seiner offiziellen Eröffnung des Weihnachtsmarktes mit hervorhob, ließen sich jedoch alle gern in die Nase steigen. Das trage zur Entschleunigung in der Vorweihnachtszeit bei, so Haas auch mit dem Hinweis, warum der Ökumenische Bläserkreis mit ein wenig Verspätung den Markt musikalisch eröffnet hatte. „Es kommt alles zu seiner Zeit, wenn man sich die Zeit dafür nimmt“, sagte Haas. Das Angebot der 30 Händler trage ebenfalls dazu bei, dass der Markt ein Ruhepol im vorweihnachtlichen Geschehen sei.

Das ungemütliche Wetter konnte einige von einem Marktbesuch am Wochenende nicht abbringen

Ein Anziehungspunkt war auch der Germeringer Weihnachtszauber des Gewerbeverbandes. 19 Geschäfte hatten sich in der Innenstadt mit verschiedenen Aktionen daran beteiligt. Der Gewerbeverband war ja auch Auslöser des weihnachtlichen Wetteinsatzes des Oberbürgermeisters.

Im Sommer hatte der Gewerbeverband gewettet, dass es die Stadt nicht schaffe, eine Lichterkette aus 400 Bürgern auf die Beine zu stellen. Und tatsächlich: Trotz aller Motivationskunst war es dem Oberbürgermeister Andreas Haas nicht gelungen, genügend Germeringer für eine lückenlose Lichterkette durch die Stadt zu mobilisieren. So verlor er.

Von Hans Kürzl

Auch interessant

Kommentare