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Im Kinderhaus an der Stadthalle ist ein Profi am Werk: Die gelernte Köchin Monika Hinterseer kümmert sich seit 20 Jahren um das leibliche Wohl der Kinder. Früher arbeitete sie im Hotel Vier Jahreszeiten in Hamburg. Den Kindern und Mitarbeitern schmeckt das Essen, das sie täglich frisch kocht. Diesmal gibt’s Gulaschsuppe.

Das kommt auf den Tisch

Kita-Essen: frisch oder aufgewärmt?

Germering - Was gibt’s eigentlich in den Germeringer Kindertagesstätten mittags zu Essen?

Was wird in den Krippen, Kindergärten oder im Hort aufgetischt? Wird dort frisch gekocht oder häppchenweise aufgewärmte Tiefkühlkost von Großkantinen serviert?

Die Zahl der Kinder, die mittags in Kindertagesstätten mit warmen Mahlzeiten versorgt werden, hat sich in den vergangenen zehn Jahren ungefähr verdoppelt. In vielen Familien müssen beide Elternteile arbeiten – da bleibt mittags keine Zeit, im Kochtopf herum zu rühren. Deshalb gibt es mittlerweile viele Angebote.

Die Hochglanzbroschüren der Kita-Caterer versprechen leckere und gesunde Mittagskost, zugeschnitten auf die Bedürfnisse der Kleinen. Aber schmeckt es den Kindern oder bleibt bei dieser Massenverpflegung gar die Qualität der Lebensmittel oder der Spaß am Essen auf der Strecke?

Miriam Heim vom Kinderhaus an der Stadthalle sagt: „Bei uns wird täglich frisch von einer ausgebildeten Köchin gekocht. Sie nimmt Rücksicht auf Muslime oder Allergiker und fast alle Kinder essen bei uns zu Mittag.“ Auch im neuen Kinderhaus St. Anna, das kürzlich feierlich eingeweiht wurde, steht eine Hauswirtschafterin in der Küche und bereitet frische Speisen zu. Rund 70 Kinder nutzen das Angebot. „Selbstverständlich wird für muslimische Kinder gegebenenfalls extra gekocht. Allergene werden im Speiseplan wie vorgeschrieben ausgezeichnet“, sagt Leiterin Barbara Wager. In der Allnest-Kita wird ausschließlich Biokost aufgetischt. Inga Schnieders ist Mitglied im Elternbeirat. Ihre drei Kinder besuchen das Allnest. Für ihre Zwillinge, die in den Kindergarten gehen, bezahlt sie pro Kind 77 Euro für den Mittagstisch. Ihr Nesthäkchen besucht die Krippe, was mit 66 Euro für den Mittagstisch pro Monat zu Buche schlägt. „Das Essen wird von der Naturkost-Kinderküche Barbara Mehringer in Aubing täglich frisch gekocht und in Warmhalteboxen angeliefert“, erzählt sie. Ihren Kindern schmeckt die Biokost. Schwein kommt nicht auf die Teller, alle Allergene werden in einer Zutatenliste gekennzeichnet.

In den Kinderbetreuungseinrichtungen von Denk mit wird seit 1. Februar bayernweit Frühstück, Brotzeit und Mittagessen angeboten. „Wir haben uns viele Gedanken gemacht und räumen dem Thema Ernährungsbildung einen hohen Stellenwert ein“, sagt Sabine Zivcic-Küster von der Denk-mit-Geschäftsstelle. Am Telefon will sie allerdings auch auf mehrmalige Nachfrage nicht mitteilen, wie genau die Kinder in den Denk-mit-Einrichtungen verköstigt werden. Laut Tagblatt-Informationen werden die Kitas aber von der Firma Apetito beliefert. Der Anbieter von Großkantinen-Essen wirbt auf seiner Homepage mit „kindgerechten Ernährungslösungen“.

VON ANGI KIENER

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