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Die Installation „Dreh dir einen Fremden“ (l.) bildet das zentrale Element der Ausstellung.

Ausstellung

Wenn fremde Künstler heimisch werden

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Germering - Die 16 Mitglieder des Kunstkreises, die noch bis einschließlich Freitag ihre Werke in der Stadthalle ausstellen, haben eines gemeinsam: Sie sind keine gebürtigen Deutschen sondern irgendwann aus einem fremden Land hierher gekommen.

Damit ist es mit der Gemeinsamkeit aber schon fast wieder vorbei. Während beispielsweise Kulturpreisträgerin Constanze Wagner schon 1973 aus Südafrika nach Germering übersiedelt ist, lebt die Irakerin Ibtihal Alkhalidi erst seit zwei Jahren hier. Während einige der Künstler ihr Land freiwillig verlassen haben, wurden andere dazu gezwungen. Solcher Unterschiede gibt es noch mehr in der sehenswerten Ausstellung, die das Thema Fremdsein zum Inhalt hat: „Woanders ist man immer fremd“ lautet der Titel. Initiiert und zusammengestellt wurde sie von Angelika Brach.

Die Ausstellung nähert sich dem fast schon alltäglichen Thema vielfältig. Die Künstler haben sich überwiegend aus einer sehr persönliche Perspektive damit auseinander gesetzt – allen voran Constanze Wagner, die drei eigene Gedichte aus der Zeit ihres Ankommens in Deutschland in einem sehenswerten Triptychon verarbeiten hat. Zu sehen sind jeweils mit Stoffen auf Leinwand stilisierte kopflose Oberkörper, die von einer Wirbelsäule zusammengehalten werden. Ein Stochviereck auf dem mittleren Werk sitzt genau auf Höhe des Herzens und weist einen Handaufdruck auf. Es sei ihr eigener, erklärt Constanze Wagner im Gespräch. Ibtihal Alkhalidi überstzt Fremdsein mit beeindruckenden Ölbildern, die geschlossenen Türen und Schlösser aber auch eine Hoffnung spendende Blume zeigen. Die aus der Ukraine stammende Marie Weiss bringt eine ironische Note ins Spiele: Ihre 3-D-Bilder der Münchner Stadtsilhouette sind mit Bierfarbe gemalt. Locker und mit viel Humor haben sich auch Hugo Wolff, Evkcrad Hoffmann und Guiseppe Tore dem Thema genähert. Ihre interaktive Installation „Dreh dir einen Fremden“ bietet dem Besucher die Möglichkeit, mit Hilfe von drehbaren Tafeln, die vorne und hinten jeweils mit Köpfen, Körpern und Beinen bemalt sind, auf drei Ebenen, sich die unterschiedlichsten Menschen zusammenzustellen.

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