Herbert KrauseVorsitzender Umweltbeirat

Germering

35 Jahre Umweltbeirat – eine Erfolgsbilanz

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Der Umweltbeirat feiert ein kleines Jubiläum. Er ist vor 35 Jahren vom damaligen Gemeinderat aus der Taufe gehoben worden. Anlass war das verstärkte Bewusstsein der Bevölkerung wie auch der Politik über die zunehmenden Probleme im Umwelt- und Naturschutz.

VON KLAUS GREIF

Germering – Als der Umweltbeirat im Jahr 1984 gegründet wurde, bekam er den Auftrag, die Verwaltung und den Gemeinderat bei Umweltthemen zu beraten und das allgemeine Verständnis für die Thematik zu fördern.

Geschichte

Damals ahnte dem jetzigen Vorsitzenden Herbert Krause zufolge noch niemand, welche Dynamik das Thema über die Jahrzehnte entwickeln sollte. Der Umweltbeirat musste sich seit seiner Gründung in insgesamt 297 Sitzungen mit einer Fülle von Dingen beschäftigen. In den ersten Jahren standen Krause zufolge unter anderem die Salzstreuung im Winter, die Mülltrennung, die Qualität des Trinkwassers, der Fahrradverkehr oder sensible Baumfällungen auf der Tagesordnung.

In den 1990er-Jahren beschäftigte sich der Beirat schwerpunktmäßig mit der Neuplanung des Kleinen Stachus, dem Schutz des Bannwaldes an der Spange sowie dem stadtinternen Agenda-21-Prozess. Mit der Jahrtausendwende rückten die Überarbeitung des Flächennutzungsplanes, die Förderung regenerativer Energien, der Mobilfunk sowie der Klimaschutz in den Mittelpunkt der Beratungen und Empfehlungen. Hinzu kamen die Erweiterung des Flugbetriebs in Oberpfaffenhofen, der Golfplatz, die Planungen zur Stadtmitte sowie die Verlegung der Bahnstromleitung, die bis zu ihrer Verlegung mitten durch die ganze Stadt führte.

Dauerthema Wasserschutz

Ab 2010 rückte Kraus zufolge das Dauerthema Wasserschutz im Zusammenhang mit der sogenannten Nato-Pipeline wieder in den Vordergrund. Neu hinzu kam das Thema Entsiegelung. In den vergangenen fünf Jahren erwiesen sich die Stadtentwicklung, der Klimaschutz und der Ausbau des Radverkehrs als arbeitsintensive Projekte. Viele der Themen wurden laut Krause durch Arbeitskreise bearbeitet. Vertiefende Informationen holten sich die Beiräte zudem bei Expertenvorträgen und bei Ortsbesichtigungen.

Als bemerkenswert stuft Herbert Krause die Tatsache ein, dass dem Umweltbeirat bei diversen Themen eine Vorreiterrolle zukam. Dazu gehörten die Diskussion um die Schadstoffe im Verkehr, Fragen zum Altlastenkataster, die Gefahren der elektromagnetischen Strahlung, die Förderung von städtischen Fotovoltaikanlagen oder die Leitlinien zum Klimaschutz.

Für Schlagzeilen sorgte auch das Konzept „Wohnen ohne Auto“, das der Beirat als Vorschlag zur Reduzierung der durch die Bebauung des Kreuzlinger Feldes zu erwartenden Verkehrszunahme entwickelte.

Erfolge

Der Umweltbeirat kann sich etliche Erfolge auf seine Fahnen schreiben. Unter anderem zählt Krause dazu den Einsatz um den Bau einer dritten Klärstufe in Geiselbullach, den Druck von Broschüren zur Umwelt und zum Mobilfunk, die Ideen zur Gestaltung des Kleinen Stachus, den Erhalt des Bannwaldes und des Pappelparks und die Reduzierung des Fluglärms in Oberpfaffenhofen.

Die größte Wirkung sieht der Beirat aber in unzähligen Stellungnahmen zur Bauleitplanung erreicht, in denen hartnäckig Verbesserungsmaßnahmen auf dem Gebiet des Umwelt- und Naturschutzes angemahnt wurden.

Aufgabe des Beirats

Aufgabe des Umweltbeirates ist es, das allgemeine Verständnis für den Umwelt-, Natur und Landschaftsschutz zu fördern und den Stadtrat zu beraten. Der Beirat engagiert sich in allen Bereichen wie Luft, Lärm, Abfall, Verkehr, Bau und Energie. Er unterstützt die Anliegen des Klimabündnisses und tritt für eine nachhaltige Stadtentwicklung im Einklang mit Umwelt und Klima ein. Dabei kann er von sich aus Vorschläge, Anregungen, Stellungnahmen oder Gutachten abgeben, die auf seinen Antrag hin im Stadtrat oder den zuständigen Ausschüssen zu behandeln sind.

Das ehrenamtliche Gremium besteht aus 18 Mitgliedern und 18 Stellvertretern. Es setzt sich aus verschiedenen Verbänden und Berufen zusammen. Dem Gremium gehören Vertreter des Bund Naturschutz, des Eigenheimervereins, des Landesbundes für Vogelschutz sowie der Jägerschaft, der Landwirte und interessierter, fachkundiger Bürger an. Alle sechs Jahre wird der Beirat neu bestellt. Er ist Ansprechpartner für Rathaus, Verwaltung und Bürger.

Kontakt

Weitere Informationen gibt es auf www.umweltbeirat-germering.de und auch auf www.facebook.com/UmweltbeiratGermering

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