Wolfgang Andre verlässt den Stadtrat.
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Wolfgang Andre verlässt den Stadtrat.

Germering

37 Jahre im Stadtrat reichen: Erfinder des Ferienprogramms hört auf

  • Klaus Greif
    VonKlaus Greif
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CSU-Stadtrat Wolfgang Andre, bis zur Kommunalwahl 2020 Zweiter Bürgermeister, gibt sein Mandat zurück. Am kommenden Dienstag wird der Stadtrat über seinen Antrag abstimmen.

Germering – Der Grund für den Rückzug nach insgesamt 37 Jahren im Gemeinde- und Stadtrat ist laut Andre ausschließlich ein persönlicher: „Ich spüre, dass es reicht,“ meint der 72-jährige pensionierte Kripobeamte.

Der Elan sei einfach nicht mehr so da wie in jüngeren Jahren. Die Umstände der Pandemie spielten keine Rolle bei seiner Entscheidung, meinte Andre. Die Sitzungen seien zwar nerviger und anstrengender geworden, aber das sei nicht der Grund. Er wolle die letzten Jahre seines Ruhestands ohne Verpflichtungen erleben.

Wolfgang Andre war zum ersten Mal vor 43 Jahren in den ersten Gemeinderat der neuen Großgemeinde gewählt worden – im Zuge der Gemeindegebietsreform  waren Germering und Unterpfaffenhofen 1978 zusammengelegt worden. Der damals 29-Jährige wurde zum Jugendreferenten bestimmt. Eine seiner ersten Ideen, die er als Referent umsetzte, entwickelte sich zum Renner: Er erfand das Sommerferienprogramm.

Wolfgang Andre legte nach 24 Jahren als Gemeinderat eine erste politische Pause ein. Er trat bei der Wahl im Jahr 2002 nicht an. 2008 kehrte er zurück und wurde zum Zweiten Bürgermeister gewählt. Sechs Jahre später wurde er vom Stadtrat ein zweites Mal zum Vize-Bürgermeister bestimmt.

Wenn es nach Wolfgang Andre gegangen wäre, würde er dem aktuellen Stadtrat gar nicht angehören. Er hatte sich bei der Aufstellungsversammlung der CSU vor zwei Jahren überreden lassen, ein weiteres Mal zu kandidieren – allerdings nur auf dem letten Listenplatz. Er sei sich sicher gewesen, dass er so nicht mehr in den Stadtrat kommen würde. Der einzige CSU-Politiker, der einmal so weit vorgehäufelt worden war, sei Sozialdienst-Gründer Hans Mannhardt gewesen.

Bei der Wahl vor einem Jahr gab es allerdings noch einen zweiten Bewerber, der vom letzten Platz der Liste in den Stadtrat gewählt wurde: Sepp Dürr schaffte dies für die Grünen. Dass es zu einer weiteren Parallele mit dem früheren Landtagskandidaten kommt, hofft Wolfgang Andre nicht. Dürr hatte als Stadtrat im Herbst 2002 den Antrag auf Rückgabe des Mandats gestellt. Normalerweise ist die Abstimmung des Gremiums darüber nur Routine. Nicht so damals: Der Stadtrat verweigerte Dürr damals in einem ersten Wahlgang das Ausscheiden.

Als Nachfolgerin von Wolfgang Andre wird Christine Campinge neu in den Stadtrat einziehen. Sie hat laut Andre ihre Bereitschaft schon zugesagt.

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