Ein Verhör spielten (v.l.) Gerhard Busch, Silvan Brandes und Michaela Baufeld zum Predigtthema „Schuld und Unschuld“ nach.
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Ein Verhör spielten (v.l.) Gerhard Busch, Silvan Brandes und Michaela Baufeld zum Predigtthema „Schuld und Unschuld“ nach.

Religion

60 Gläubige feiern Freiluft-Gottesdienst am Germeringer See

  • vonHans Kürzl
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„Unschuldig schuldig gesprochen“ – dieses Thema setzte die Freie evangelische Gemeinde am Beginn der Osterwoche für ihren zweiten Open-Air-Gottesdienst des Jahres.

Germering - Sonnenschein und angenehme 16 Grad herrschten am Germeringer See, während Pastor Thomas Scheitacker die Messe zelebrierte. Dabei kamen unschöne Erinnerungen an den letzten Freiluftgottesdienst hoch: „Es war kalt, es hat geschneit“, sagte Scheitacker.

Mit diesen Problemen mussten sich der Pastor und die rund 60 Gläubigen am Palmsonntag nicht herumschlagen. Scheitacker freute sich vielmehr über die große Zahl an Gottesdienstbesuchern „Die Menschen nehmen das an“, sagte er – auch vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie. Manche Menschen hätten im Freien doch etwas weniger Sorge vor einer Ansteckung, so Scheitacker.

Für den musikalischen Rahmen sorgte die Band „The Train Rockers“ – christlich geprägte Künstler, die Country und Rock zum Besten geben. Der Band geht es zwar primär darum, in ihren Texten christliche Botschaften zu vermitteln, aber auch um die eigene Freude an der Musik. Und die konnte sie erstmals seit Langem wieder ausleben. „Es ist der erste Auftritt seit einem halben Jahr“, erzählt Frontmann Frank Angerer, der als Lehrer an einer Münchner Mittelschule arbeitet.

Wie der Pastor der Freien evangelischen Gemeinde spricht Angerer von einem befreienden Gefühl, das er bei dem Auftritt verspürt habe. Das wollen die Musiker den Menschen mitgeben. Vorwiegend tun sie das in U-Bahnen (daher der Band-Name) und in Gefängnissen. „Da kann keiner vor unserer Musik weglaufen“, sagte Angerer mit einem Augenzwinkern.

Einen Anlass zum Weglaufen gab es für die Kirchengemeinde sonst ebenso wenig. Die Moderation von Heiko Baufeld ist locker und doch dem Beginn der Karwoche angemessen. Seine Frau Michaela stellte mit dem zweiten Pastor der Gemeinde Silvan Brandes und Gerhard Busch eine Szene nach, in der ein Wachtmeister einen Verkehrssünder vorführt. Sie schaffen damit die Überleitung zur Predigt von Scheitacker, in der er auf den um 30 nach Christus amtierenden römischen Statthalter Pontius Pilatus eingeht. Der bot der Überlieferung nach dem Volk die Wahl, den in Haft befindlichen Barabbas oder Jesus freizulassen.

„Wer entscheidet, muss stets abwägen“, sagte Scheitacker. Das sieht er auch in Zusammenhang mit der aktuellen Lage. Beim Open-Air-Gottedienst jedenfalls klappte das mit der Umsetzung der von Landratsamt und Stadt gesetzten Auflagen gut. Dem nächsten Gottesdienst am See, der am 2. Mai stattfindet, steht also nichts im Weg. Ein weiterer Open-Air-Gottesdienst soll dann im Juni folgen.

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