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79-Jährige muss auf Wohnungssuche gehen

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Von: Ulrike Osman

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Lydia Wagner ist verzweifelt: Die 79-Jährige muss sich eine neue Bleibe suchen.
Lydia Wagner ist verzweifelt: Die 79-Jährige muss sich eine neue Bleibe suchen. © mm

Den Lebensabend in ihrem Häuschen verbringen – mehr als alles andere hätte sich eine 79-Jährige aus Germering das gewünscht. Doch sie muss bald ihr kleines Reich verlassen, gemeinsam mit ihrem psychisch kranken Sohn und zwei Hunden. Entsprechend schwierig gestaltet sich die Wohnungssuche.

Germering – Fast 20 Jahre lebt Lydia Wagner bereits in dem 90 Quadratmeter kleinen Haus im Zentrum der Stadt. Ihr Schwiegervater hat es in den 1950er Jahren selbst gebaut. Dass sie mit Holz heizen muss und der Keller von Schimmel befallen ist, stört die Seniorin nicht. Sie liebt den großen Garten, den sie teilweise mit Blumen bepflanzt hat und teilweise bewusst verwildern lässt. Hier tummeln sich Igel, viele Vögel, Schmetterlinge und andere Insekten. Ihre früheren Hunde und eine Katze hat sie auf dem Grundstück beerdigt.

„Das ist einfach mein Traum hier“, sagt Lydia Wagner. Im Sommer sitzt sie am liebsten auf ihrer kleinen Terrasse, liest oder macht ein Nickerchen. Bevor sie herkam, lebte sie 30 Jahre lang mit ihren Mann und zwei Kindern in einem Wohnblock. Danach war das Häuschen mit Garten das reinste Paradies. Hinzu kommt die zentrale Lage nur wenige Minuten vom S-Bahnhof Germering. Lebensmittelgeschäfte, Arztpraxen, Apotheken – alles ist zu Fuß in wenigen Minuten zu erreichen.

Inzwischen ist die Seniorin verwitwet. Das Anwesen ging an mehrere Erben und soll demnächst versteigert werden, weil Verwandte auf der Seite von Lydia Wagners verstorbenem Ehemann darauf bestehen. „Ich hatte gehofft, meine letzten Jahre hier verbringen zu können“, sagt die 79-Jährige.

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Doch nun muss sie gemeinsam mit ihrem Sohn eine neue Bleibe finden. Der 61-Jährige ist durch eine Lungenkrankheit gesundheitlich eingeschränkt. Außerdem leidet er an einer Sozialphobie – von anderen Menschen hält er sich so weit wie möglich fern. Zur Familie gehören auch zwei Hunde, von denen Mutter und Sohn sich auf keinen Fall trennen wollen – ein tschechischer Wolfshund namens Delli und der Corgi-Mischling Burek, so benannt nach seinem Lieblings-Leckerbissen.

Nicht nur ihr Sohn, auch Lydia Wagner selbst ist gesundheitlich eingeschränkt. Sie leidet unter Schwindelanfällen und kann deshalb nicht mehr Fahrrad fahren. Das Autofahren hat die Seniorin schon vor längerem aufgegeben. Am Steuer fühlt sie sich nicht mehr wohl, der Verkehr macht ihr Angst. So ist die 79-Jährige darauf angewiesen, zu Fuß zum Einkaufen und zum Arzt zu kommen. Viel Unterstützung erhält sie von ihrer Tochter, die in Gröbenzell lebt. Doch deren Wohnung ist nicht groß genug, um Mutter und Bruder aufzunehmen.

Lydia Wagner hofft, zumindest in der Nähe ihrer Tochter ein neues Zuhause zu finden. „Drei Zimmer im Erdgeschoss oder ein Häuschen – es darf gerne alt und unmodern sein“, das würde sie sich wünschen. „Hauptsache, es ist ein kleiner Garten dabei.“

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