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89 Jahre und immer noch topfit: Irmi Gmeinwieser (vorne r.) trainiert mit ihrer Senioren-Turngruppe. 

Themenschwerpunkt Gesundheitstag

89 Jahre und kein bisschen hüftsteif

Irmi Gmeinwieser ist ein Urgestein des TSV Unterpfaffenhofens. Seit 62 Jahren ist sie in der Turnabteilung aktiv. Auch im Alter von 89 Jahren leitet sie noch Gymnastikkurse.

Germering – Alle Augen sind auf sie gerichtet. Aber das kennt Irmi Gmeinwieser ja. Schließlich gibt die Germeringerin nicht erst seit gestern Kurse beim TSV Unterpfaffenhofen. Eigentlich ist es schon eine halbe Ewigkeit. Seit 1956 – also seit 62 Jahren – turnt Gmeinwieser ihren Schülern etwas vor. Und genug hat die Urgroßmutter noch lange nicht.

Man kann sich nur verwundert die Augen reiben. Eine 89-Jährige mit knallroter Hose, grauem Pullover und braunen Haaren gibt im Gymnastikraum des TSV den Ton an. Bein rauf, Bein runter, Hände in die Höhe, den Rumpf zur Seite beugen. Im Schnitt sind Gmeinwiesers Schüler 20 Jahre jünger – und auch sie staunen über die fast schon jugendliche Spritzigkeit ihrer Mentorin. Die Turn-Uroma selbst sieht es unaufgeregt. „Ich habe einfach immer weitergemacht“, erzählt sie.

Das Turnen wurde der Germeringerin quasi in die Wiege gelegt. Im zarten Alter von vier Jahren trat sie dem MTSV Schwabing bei. Das war 1933. Die Machtergreifung der Nazis, Weltkrieg, Wiederaufbau, Wirtschaftswunder, Kalter Krieg, Mauerfall, Internet: Nicht nur einmal hat sich die Welt um Irmi Gmeinwieser radikal verändert. Die Konstante in ihrem Leben war immer das Turnen.

Dabei war der Sport nicht nur einfach Zeitvertreib. Gmeinwieser war ganz vorne mit dabei in der deutschen Turn-Elite. Bei den deutschen Meisterschaften stand sie 1958 sogar auf dem Stockerl. „Wenn man so viel trainiert, will man sich eben auch mit anderen messen“, sagt die 89-Jährige.

Ihre Begeisterung fürs Turnen gibt Gmeinwieser seit Jahrzehnten weiter. Die Turn-Abteilung des TSV hat sie mit aufgebaut. Heute ist die Riege mit rund 3000 Mitgliedern die größte im Landkreis. Und die Abteilungsleiterin heißt natürlich – Irmi Gmeinwieser.

Bayerische Meister, deutsche Meister und unzählige Teilnahmen an den unterschiedlichsten Wettkämpfen: In den Jahrzehnten unter Gmeinwiesers Regie haben die Unterpfaffenhofener Turner nicht wenige Talente hervorgebracht. Besonders stolz ist die Germeringerin aber auf ihre Gruppe, die sie seit 1976 leitet. Stolze 36 Jahre haben sie und ihre Turner an Wettkämpfen teilgenommen. Den Schlusspunkt bildete vergangenes Jahr das Turnfest in Berlin. Und auch heute trifft sich die Gruppe noch regelmäßig. Die Mitglieder gehen mittlerweile alle auf die 80 zu. Doch wer rastet, der rostet bekanntlich.

Ein Patentrezept für ihre Fitness hat die Turn-Oma nicht. Gesunde Ernährung? „Ich esse, worauf ich Lust habe.“ Gute Gene? „Womöglich.“ Für Irmi Gmeinwieser ist es vor allem Kopfsache: „Ich bin jemand, der immer positiv denkt.“ (Tobias Gehre)

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