Ausbau der Lindauer Autobahn

A 96: Jetzt beginnt Galeriebau bei Gilching

Der Bau der Lärmschutz-Halbgalerie auf der A 96 entlang der Germeringer Wohnbebauung ist schon weit fortgeschritten. Jetzt wird der Galerie-Abschnitt bei Gilching umgesetzt. Autofahrer müssen ab April mit Behinderungen rechnen.

Germering/Gilching – Die vergangenen Wochen waren vergleichsweise angenehm auf der A 96, die bis 2020 sechsspurig sein soll. Zwar setzten die Firmen den Ausbau der Lärmschutzgalerie bei Germering unvermittelt fort, weshalb der Verkehr dort nach wie vor auf verengten Fahrstreifen unterwegs war. Auf der restlichen Strecke bis Wörthsee jedoch herrschte in beiden Richtungen weitgehend Ruhe. Das wird sich in den nächsten Tagen ändern.

„Wir beginnen voraussichtlich am 5. März zwischen Wörthsee und Gilching mit vorbereitenden Arbeiten am Mittelstreifen“, berichtet Josef Seebacher, Sprecher der Autobahndirektion Süd. Ab Ende März/Anfang April wird der gesamte Verkehr komplett auf die Südfahrbahn verlegt – auf einer Länge von neun Kilometern. Bis zu fünf Tage kann es dauern, bis die Baustelle komplett eingerichtet ist. Dies geschieht vornehmlich zwischen 23 Uhr am Abend und 4 Uhr in der Früh – „abhängig vom Verkehr“, erklärt Seebacher. Ab Anfang April fährt der gesamte Verkehr von Wörthsee bis Germering dann „auf gelb“, wie es im Fachjargon heißt, also auf gelber Baustellenmarkierung.

Schon die Einrichtung der Baustelle ist kniffelig. „Wenn der Verkehr zu sehr staut, haben wir auch schon abgebrochen“, sagt Seebacher. Für die Firmen sei dies ärgerlich, „weil es sie Geld kostet“. Sie würden natürlich am liebsten immer durcharbeiten. „Aber wenn der Stau zu lang wird, geht es nicht anders.“ Die Entscheidung kommt dann über Funk und heißt: Es wird geräumt. „Das kommt immer wieder vor.“

Mit dem Bau der 520 Meter langen Galerie auf Höhe der Waldkolonie bei Gilching legt die ausführende Firma dann ebenfalls Anfang April los. „Das ist das gleiche Unternehmen, das die Galerie in Germering baut. Die setzen ihre Leute dann nur um“, erklärt Seebacher. Die Galerie entsteht wie auch in Germering über der Fahrbahn in Richtung Lindau.

Was das Wetter angeht, so spielen die Temperaturen gerade nur eine kleine Rolle. „Für uns ist die Feuchtigkeit das größere Problem“, berichtet Seebacher. Meistens fänden donnerstags Lagebesprechungen der Projekt- und Bauleiter für das weitere Vorgehen statt. „Wir sitzen dann da zu viert, fünft, und gehen den Zeitplan durch. Da wird ständig umgeschmissen und verschoben.“ Bei dieser Besprechung würden dann auch gleich mehrere Wetter-Apps angeschaut. „Wenn drei von fünf Apps das gleiche prognostizieren, orientieren wir uns an denen“, erklärt Seebacher. Am verlässlichsten seien dabei Apps, die auch von den Landwirten genutzt würden, wie beispielsweise topagrar, agrarheute oder ähnliche. „Die sind bei den Vorhersagen für Niederschläge schon ziemlich exakt. Und wir müssen einfach oft ganz genau wissen, wann es regnet“, meint Seebacher. Die Temperatur sei erst später bei den Asphaltarbeiten wichtig, „aber da sind wir schon weiter im Jahr“.

Noch vor zehn Jahren habe man mit Baustellen dieser Größenordnung erst nach Ostern losgelegt. „Aber der Druck der Öffentlichkeit macht es erforderlich, dass wir durchbauen“. Nach wie vor häuften sich die Beschwerden über die Zunahme des Verkehrs. „Wir merken, dass bei vielen Pendlern die Nerven blank liegen“, sagt Seebacher. Viele, die sich im Speckgürtel niedergelassen hätten, haderten nun mit dem ständigen Stau in Richtung Arbeitsplatz in München.

Der Ausbau der A 96 kostet etwa 100 Millionen Euro. Zwischen den Anschlussstellen Germering und Gilching ist ein symmetrischer Ausbau vorgesehen, zwischen den Anschlussstellen Oberpfaffenhofen und Gilching wird die Trasse um drei Meter in Richtung Süden verrückt. Auf den beiden Galerien werden jeweils ein Meter hohe Lärmschutzwände angebracht, dazu kommt streckenweise ein lärmmindernder Fahrbahnbelag.

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