Eine Albino Tigerpython.

In Germering

Abgestellte Würgeschlangen: Peta setzt 500 Euro Belohnung aus

Germering - Nachdem am Gnadenhof in Germering sieben Schlangen ausgesetzt worden waren, reagiert die Tierschutzvereinigung Peta: Sie setzt 500 Euro Belohnung aus für Hinweise aus, die zum Täter führen.

Ein Unbekannter hatte am vergangenen Freitagmorgen sieben Pappkartonsmit sieben  unter anderem einem seltenen Albino-Tigerpython, einer Albino Boa Constrictor sowie einem Teppichpython – vor einem Tierlebenshof in Germering abgestellt. Die Schlangen seien größtenteils stark unterernährt gewesen, schreibt Peta.

Um die Suche nach dem ehemaligen Halter der exotischen Tiere zu unterstützen, setzt die Tierrechtsorganisation nun die Belohnung aus. PETA weist darauf hin, dass das Aussetzen von Tieren verboten ist und einen Straftatbestand darstellt – das gelte ebenso für die nicht artgerechte Unterbringung und Versorgung, sowie die bewusste Unterlassung notwendiger Hilfeleistung.

Zeugen, die Informationen zu dem Schlangenfund beisteuern können oder Hinweise zur Herkunft der Tiere haben, haben auch die Möglichkeit, sich telefonisch unter 01520 73 733 41 oder per E-Mail an Peta zu wenden – auch anonym.

„Wären die exotischen Schlangen nicht gefunden worden, hätten sie kaum eine Überlebenschance gehabt“, sagt Dörte Röhl, Tierärztin und Fachreferentin für Tierische Mitbewohner bei PETA. „Immer wieder werden Tiere von verantwortungslosen Menschen wie Wegwerfware behandelt. Häufig sind es Reptilien, deren Halter sich nicht ausreichend mit den Bedürfnissen der anspruchsvollen Lebewesen auseinandergesetzt haben, so dass ihnen dann Aufwand, Kosten und – im wahrsten Sinne – die Tiere selbst über den Kopf wachsen.“

Auf Börsen angeboten wie Ramsch-Ware

Peta fordert ein generelles Haltungsverbot von exotischen Tieren in Privathaushalten. Eine artgerechte Haltung von Reptilien sei in Gefangenschaft nicht möglich. Zudem sei die Versorgung nicht nur extrem kostspielig, sie erfordere auch ein umfangreiches Wissen. Ein Großteil der in Deutschland gehaltenen Exoten sterbe frühzeitig, weil die Tiere nicht ihren Bedürfnissen entsprechend gehalten würden. Eine neue erst vor kurzem veröffentlichte international übergreifende Peta-Recherche habe erstmals Einblicke in den skrupellosen Handel mit Reptilien gebracht, die für den deutschen Heimtiermarkt bestimmt sind. Ermittler der Tierrechtsorganisation dokumentierten massenhaft tote, verletzte oder jahrelang in Plastikboxen eingesperrte Tiere bei deutschen Großhändlern und deren internationalen Zulieferern. Sterberaten von bis zu 70 Prozent würden im Handel bereits einkalkuliert. Auf Börsen würden die „Exoten“ wie Ramschware verhökert und häufig in kleinen Plastikboxen oder strukturlosen Glaskästen an jeden Interessenten verkauft. Außerdem könnten die Exoten zur Gefahr für Menschen werden, da sie häufig Salmonellen in sich tragen.

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