Peter Braun
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Germering

Alt-OB Peter Braun feiert 80. Geburtstag

  • Klaus Greif
    VonKlaus Greif
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Er hat die Geschichte von Germering ab den 1970er-Jahren stark geprägt: Alt-OB Peter Braun. Heute feiert der Kommunal- und Landespolitiker seinen 80. Geburtstag. Sein Nachfolger OB Andreas Haas, Landrat Thomas Karmasin und Innenminister Joachim Hermann würdigen ihn.

Germering – Als Peter Braun mit Ehefrau Lissy im September 1971 nach Germering zog, hatte er gerade seine Tätigkeit als Richter begonnen. Germering war damals noch eine eigenständige Gemeinde. Bis zur Zusammenlegung mit Unterpfaffenhofen im Rahmen der Gemeindegebietsreform sollte es noch sieben Jahre dauern. Brauns politische Karriere nahm schon etwas früher Fahrt auf. 1972 wurde der in die SPD eingetretene Jurist zum ersten Mal in den Gemeinderat gewählt. und schon zwei Jahre später war er Bürgermeister – Amtsinhaber Josef Kistler war unerwartet gestorben. Bei den fälligen Neuwahlen holte der damals 33-jährige Braun die Mehrheit. Weitere vier Jahre später war es dann aber vorbei mit dem Bürgermeisteramt. Bei der Wahl zum ersten Amtschef der neuen Großgemeinde siegte der mittlerweile verstorbene Rudi Bay. Der war bis 1978 Bürgermeister von Unterpfaffenhofen und ebenfalls SPD-Politiker. Im Streit um die Frage der Kandidatur trat Bay aus der SPD aus und trat für die Freien Wähler an.

Peter Braun war zunächst nur Gemeinderat. Auch dem Kreistag gehörte er weiter an. Aber schon 1986 gabe es den nächsten Schritt auf der Karriereleiter: Peter Braun wurde in den Landtag gewählt. Dem gehörte er bis 1991 an. Dann kehrte er wieder ganz in die Kommunalpolitik zurück Er wurde erster Bürgermeister des zur Stadt erhobenen Germering. Amtsinhaber Rudi Bay war aus Altersgründen nicht mehr angetreten.

In die Amtszeit des Alt-OBs fiel unter anderem der Bau von Stadthalle und Stadtbibliothek sowie zahlreicher sozialer Einrichtungen. Im Jahr 2005 wurde Germering zudem zur Großen Kreisstadt ernannt. 2008 beendete Braun sein Amtszeit. Dem Kreistag gehörte er dagegen noch bis 2014 an. Sechs Jahre davon als Fraktionssprecher der SPD-Fraktion und in den Jahren 2008 bis 2014 als stellvertretender Landrat.

„Peter Braun gehört zu den Menschen, die das Vertreten ihrer politischen Haltung mit einer großen Freundlichkeit und Wertschätzung verbinden können. Ich habe sehr gerne mit ihm zusammen gearbeitet“, sagt Landrat Thomas Karmasin. Im Landkreis sei durch dessen Engagement im Hospizbereich, eine Lücke geschlossen werden. „Ich wünsche dem Jubilar weiter das gute Gelingen seiner Projekte und daneben die Freude an den Freiheiten, die man mit 80 genießen kann“, so der Landrat weiter.

Amtsübergabe: 1991 wurde Peter Braun (l.) zum Nachfolger von Rudi Bay gewählt. 

Aus Sicht von OB Andreas Haas trägt die Stadt nach insgesamt 21 Jahren unter Braun als Bürgermeister ganz klar dessen Handschrift. Eine derart lange Zeit im Amt sei auch eine Leistung, die man anerkennen müsse. Er habe sich immer für die Bürger und auch für ein Miteinander im Gemeinde- und Stadtrat eingesetzt. Die Stadt habe dies auch anerkannt: Nach seinem Amtsende wurde Peter Braun einstimmig zum Ehrenbürger ernannt.

Gewürdigt wird Peter Braun auch von Bayerns Innenminister Joachim Herrmann. In einem Glückwunschbrief schreibt er: „Tatkräftig, verlässlich und nach allen Seiten hin kooperativ haben Sie als Erster Bürgermeister und als Oberbürgermeister die Geschicke der Stadt Germering gelenkt.“ Braun habe wichtige Projekte angestoßen, die Germerings Erscheinungsbild bis heute prägen. Herrmann verwies dabei auf die Förderung sozialer und kultureller Einrichtungen, den Ausbau von Bildungs- und Betreuungseinrichtungen sowie die Erweiterung von Freizeitstätten. „All das hat Germering zu einem beliebten und zukunftsfähigen Ort gemacht.“

Peter Braun wurde 1993 mit der Kommunalen Verdienstmedaille in Bronze und 2005 in Silber ausgezeichnet. Im jahr 2008 erhielt er darüberhinaus die Bayerische Verfassungsmedaille in Silber. Im politischen Ruhestand engagiert er sich vor allem weiter in der Hospizarbeit. Als Vorsitzender des Hospizvereins freut er sich auf die Eröffnung des stationären Hospizes, das sich derzeit im Bau befindet.

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