Bei Robert Zink sprühen die Funken: Der Leiter der Jugendwerkstatt will Jugendlichen mehr Selbstvertrauen vermitteln. Bei ihm können sie mit Amboss und 3D-Drucker arbeiten, sich kreativ ausprobieren. Und, wenn der Funke überspringt, fast alles selbst reparieren. 

Jugendwerkstatt

Am Amboss Selbstvertrauen schmieden

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Die Germeringer Jugendwerkstatt kombiniert Neues mit Altem. An einem Amboss sollen die Jugendlichen ihre handwerklichen Fähigkeiten schulen. Mit einem 3D-Drucker können sie kreativ werden.

Germering – Die Jugendlichen der Germeringer Jugendwerkstatt sind kreativ und handwerklich geschickt. Das sieht man gut an den drei Fahrradskulpturen, die vor der Einrichtung auf Pfählen prangen. „Unsere Jugendlichen haben das selbst geschmiedet“, erklärt Robert Zink, Leiter der Einrichtung, stolz. Die Skulpturen stammen aus dem Workshop Kunst aus Schrott. In anderen Workshops entstanden Messer, Anhänger und Werkzeuge. Wer weiß, was er tut, kann auch außerhalb der Workshops schmieden.

Die Schmiedebegeisterung der Jugendlichen hält seit dem Jahr 2001 an. In letzter Zeit wurde sie so groß, dass ein Amboss nicht mehr ausreichte. 500 Euro stellte die Stadt Germering für eine zweite Schmiedestelle bereit. Spätestens im Mai soll es losgehen, plant Zink.

Für Zink ist das Schmieden mehr als nur Zeitvertreib. Er erklärt: „Wir helfen den Jugendlichen bei allen Problemen.“ Dazu gehören Nachhilfe, Ausbildung und Beziehungsprobleme. Beim Schmieden können sich die Jugendlichen kreativ und handwerklich ausprobieren. Sie erleben Erfolge und bauen Selbstvertrauen auf. „Das hilft in allen Lebensbereichen“, weiß Zink.

Diesem Ansatz folgt auch die Reparaturwerkstatt. Neben Schmiede bietet diese mit Schweißgerät, Flex und Schraubenschlüsseln ideale Voraussetzungen zum Reparieren von Fahrrädern und Rollern. Mobilität ist den Jugendlichen wichtig. „Da wollen wir sie unterstützen“, meint Zink.

Zink hat noch ein weiteres Projekt: Ein 3D-Drucker soll her. Damit könnte man schnell und kostengünstig Ersatzteile für Fahrräder und Elektronik herstellen. „Viele von uns begeistern sich für Technik“, erklärt er. „Daher wollten wir etwas Modernes bieten.“

Auf die Idee kam Zink durch einen Zufall. Ein Junge wollte seinen Gameboy reparieren, aber es gab keine Ersatzteile. Zink, der sich kurz zuvor einen 3D-Drucker gekauft hatte, fand im Internet die richtige Vorlage für das Teil, der Gameboy war gerettet. Zink merkte: 3D-Drucker bringen Spaß und vermitteln Fähigkeiten für den Arbeitsmarkt.

Auf einer Fortbildung hörte Zink viel Gutes über 3D-Drucker in der Jugendarbeit. „In einer Einrichtung waren die Kinder begeistert“, sagt Zink. Das ermutigte ihn zu einem eigenen Projekt.

Mit den 1000 Euro, die die Stadt Germering zur Verfügung stellt, will Zink einen Bausatz für einen 3D-Drucker kaufen. Die Zahl der Interessierten, die beim Zusammenbauen helfen wollen, ist groß. „Bisher ist der Zuspruch enorm“, sagt Zink mit einem Lächeln.

Kommt das Projekt gut an, will Zink weiter in die Richtung gehen. Die gleichen Computer-Programme, die den 3D-Drucker steuern, können auch andere Geräte ansprechen, zum Beispiel Fräsen oder Lasercutter. Damit wäre unter anderem Holzbearbeitung möglich. Zumindest einige Teile der neuen Geräte könnte die Jugendwerkstatt dann am 3D-Drucker selbst herstellen. (Christian Masengarb)

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