Probieren „Magic Maze“ aus (v.li.): Tobi Pleyer, Daniel Klose und und Martin Hensel. Anna Laube (l.) und Anita Härle von der Stadtbücherei schauen interessiert zu. foto: kürzl

Nacht der Brettspiele

Analog-Zocker erobern die Stadtbibliothek

Wettlauf nach Eldorado, Magic Maze oder Village – Brettspiele liegen wieder im Trend. Das hat auch die Stadtbibliothek erkannt. Zum ersten Mal hat die Bücherei an der Stadthalle jetzt eine Nacht der Brettspiele angeboten – und die Spieler kamen in Strömen.

Germering – Wettlauf nach Eldorado, Magic Maze oder Village – Brettspiele liegen wieder im Trend. Das hat auch die Stadtbibliothek erkannt. Zum ersten Mal hat die Bücherei an der Stadthalle jetzt eine Nacht der Brettspiele angeboten – und die Spieler kamen in Strömen.

Einer von ihnen war Daniel Klose aus Unterschleißheim. Für ihn gehört das Spielen zum Lebensgefühl. Doch zum Zocken braucht es bekanntlich Gleichgesinnte. „Da kommen mir solche Events gerade recht“, sagt Klose. Von der Brettspiel-Nacht in Germering ist der Unterschleißheimer begeistert. Dafür habe sich der Weg auf jeden Fall gelohnt.

Gezockt wird, was Spaß macht. „Magic Maze“, eine Art Rollenspiel, das sich in einem Einkaufszentrum abspielt, kommt bei den Spielern offenbar gut an. Schnell bildet sich eine Runde – manche Teilnehmer kennen sich bereits von anderen Treffs. Max Berger aus Puchheim-Ort zum Beispiel hat für diese Nacht den Spieletreff in Emmering sausen lassen, an dem er sonst regelmäßig teilnimmt. „Ich wollte mal in einer anderen Atmosphäre spielen“, sagt Berger.

Anita Härle, die für die Germeringer Stadtbibliothek den Spieleevent organisiert hat, freut sich über derlei positive Rückmeldungen. Selbst spielebegeistert, reifte in ihr bereits vor einem halben Jahr die Idee für das abendliche Ereignis. Allerdings, so gesteht sie, habe sie der „Nacht des Brettspiels“ mit einem gewissen Bangen entgegengesehen. „Wir konnten ja nur schwer abschätzen, wie viele kommen und wann.“ Eine gewisse Erleichterung war dann schon zu spüren, als bereits zur Eröffnung etliche Kinder aufliefen. Das sei ein guter Auftakt gewesen. Natürlich seien die Kinder beizeiten wieder gegangen.

Bis eine Stunde vor Mitternacht, so hatte sich das Bibliotheksteam vorgenommen, wolle man offen halten. Diese Zeit brauchen Christian Böckl, Johannes Poddobryanski, Matthias Rips und Thomas Steichele auch. Denn für „Village“, an dem sie sich versuchen, sollte man schon eineinhalb Stunden einplanen. Es gilt, in einem mittelalterlichen Dorf die Lebenszeit der Bewohner zu steuern. „Village“ gehört zu den so genannten Kennerspielen, für die eine gewisse Erfahrung mit Brettspielen von Vorteil ist. „Es ist doch recht komplex“, sagt Poddobryanski. Einfach die Regeln überfliegen und dann loszocken – bei „Village“ ist es damit nicht getan. Deshalb ist Poddobryanski froh, wenn er in solchen Runden auf Spieler trifft, die die Regeln schon kennen. „Ein guter spielerischer Erfahrungsaustausch ist da wichtig“, sagt er.

Den könnte es laut Bibliotheksassistentin Anna Laube öfters geben. „In Germering gibt es noch keine Spieletreffs“, hat sie erfahren. Mit der „Nacht des Brettspiels“ betritt die Bibliothek also Neuland. Man habe bewusst analoge Gesellschafts- und Brettspiele ausgewählt. „Alles ohne Strom und Elektronik, alles zum Anfassen“, betont Laube. Spielen hat für sie etwas mit Spontanität und Kommunikation zu tun. Daher mache die Premiere für die „Nacht der Brettspiele“ Mut. Auch viele der Besucher würden sich definitiv eine Neuauflage wünschen.

Gezockt werden kann in der Stadtbibliothek bereits im November wieder, wenn wie jedes Jahr die „Spiele des Jahres“ in einer Ausstellung präsentiert werden. Und auch die Nacht der Brettspiele soll nicht ein singuläres Ereignis bleiben. Die Stadtbibliothek plant, jeden Monat einen Zockerabend zu veranstalten – analog, versteht sich. Hans Kürzl

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