Vor Gericht musste sich nun ein Betrüger aus Tölz verantworten.
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Ein Fahranfänger raste kurz nach bestandener Prüfung durch München und musste sich nun vor Gericht verantworten. (Symbolbild)

Sein eigener Corsa war ihm peinlich

Angeklagt: Fahranfänger fährt mit Papas BMW mit 120 Sachen durch München

Einen Tag lang war ein mittlerweile 19-jähriger Germeringer glücklicher Besitzer eines Führerscheines. Doch dann war Schluss damit. Schuld war der junge Mann selbst – wegen einer schier unglaublichen Aktion.

Germering/München – Statt es erst einmal vorsichtig angehen zu lassen, ließ es der Führerscheinneuling gleich richtig krachen. Er raste mit 120 Stundenkilometern durch München. Einer Zivilstreife der Polizei fiel das Auto auf, das der Fahrer rücksichtslos und grob verkehrswidrig durch die Stadt jagte.

Jetzt saß der junge Mann wegen verbotenen Autorennens vor dem Amtsgericht in Fürstenfeldbruck. Einer der Polizisten, die ihn im August 2020 erwischt hatten, schilderte in der Verhandlung, dass der 19-Jährige nicht nur zu schnell gefahren war. Er wechselte immer wieder die Fahrbahn und überholte andere Verkehrsteilnehmer. An einer Kreuzung gefährdete er beim rechts Abbiegen einen anderen Wagen, weil er knapp vor diesem einscherte.

Eigenes Auto war dem Angeklagten peinlich

Unterwegs war der Führerscheinneuling im Auto seines Vaters. Er hatte den BMW extra ausgeliehen – mit einem Trick. Eigentlich durfte er den Wagen nicht benutzen. Der Vater war überzeugt, das Auto sei viel zu schnell für seinen Sohn. Da probierte es der Sprößling bei der Mutter. Die ließ sich erweichen und erlaubte die Ausfahrt. Papas BMW wurde schließlich in der Nacht samt Führerschein des Sohnes beschlagnahmt.

Der 19-Jährige selbst hatte eigentlich einen Opel Corsa. „Doch der war etwas zu langweilig für mich und peinlich“, offenbarte er auf der Anklagebank. Zwar gestand der junge Mann seine Schuld ein. „Ich gebe alles zu. Das war blöd von mir“, sagte er und beteuerte: „Ich habe daraus gelernt.“ Es stellte sich aber heraus, dass bei der Staatsanwaltschaft weitere Anzeigen gegen ihn vorliegen – unter anderem wegen eines weiteren Autorennens.

Germeringer seit fast einem Jahr ohne Führerschein

Seit fast einem Jahr ist der Germeringer nun ohne Führerschein. Die große Frage war, wie lange er noch auf die Fahrerlaubnis verzichten muss? Die Staatsanwältin forderte, dass er noch mindestens zwei Jahre ohne auskommen müsse. Die Verteidigerin hielt sechs Monate für ausreichend. Die Jugendrichterin entschied, dass ihm nicht vor Ablauf eines Jahres eine neue Fahrerlaubnis erteilt werden darf.

Der 19-jährige erhielt zudem eine Jugendstrafe, die zur Bewährung ausgesetzt wurde. Er hatte nämlich nicht nur hinterm Lenkrad gegen Gesetze verstoßen. Der Germeringer hatte im Herbst 2020 ebenfalls in München zwei faustgroße Steine aus einem fahrenden Auto geworfen – einen in Richtung einer Passantin. Getroffen hatten beide Steine aber nicht die Frau, sondern ein Auto. Schaden: 3000 Euro.

Angeklagter hat bereits mehrere Straftaten begangen

Mit zwei Freunden hatte der junge Mann aus einem Getränkemarkt in Maisach Leergut gestohlen und zu Geld gemacht. 210 Euro hatte das Trio dafür kassiert. Einer seiner Komplizen war bereits 24 Jahre alt. Er wurde nach Erwachsenenstrafrecht zu einer Geldstrafe in Höhe von 450 Euro (30 Tagessätze zu je 15 Euro) verurteilt. Der dritte im Bunde, ebenfalls 19 Jahre alt, wurde wie der Germeringer nach dem Jugendstrafrecht verurteilt. Er muss 16 Stunden soziale Dienste ableisten und drei Beratungsgespräche bei der Jugendhilfe absolvieren. Alle drei Kumpane waren bereits vorbestraft oder hatten einen oder mehrere Einträge im Erziehungsregister.  sus

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