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Stadt will sich an den Klimawandel anpassen

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Von: Klaus Greif

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Im September 2019 haben über 1000 Menschen vor der Stadthalle für mehr Klimaschutz demonstriert. Selbst wenn alle ihre Forderungen sofort umgesetzt würden, kann die Erhöhung der Durchschnittstemperatur auch in Germering nicht aufgehalten werden. Die Stadt will deswegen mögliche Anpassungsmaßnahmen erkunden. archivfoto
Im September 2019 haben über 1000 Menschen vor der Stadthalle für mehr Klimaschutz demonstriert. Selbst wenn alle ihre Forderungen sofort umgesetzt würden, kann die Erhöhung der Durchschnittstemperatur auch in Germering nicht aufgehalten werden. Die Stadt will deswegen mögliche Anpassungsmaßnahmen erkunden. © mm

Die Stadt will die Folgen des Klimawandels für Germering von Experten untersuchen und ein so genanntes Anpassungskonzept erstellen lassen. Die Verwaltung wird ein Verfahren zur Vergabe eines Auftrags erarbeiten und einen entsprechenden Förderantrag beim bayerischen Umweltministerium stellen.

Germering – Der Klimaschutzbeauftragte Pascal Luginger hat diese Vorgehensweise nach einem entsprechenden Antrag der Stadtrats-Grünen vorgelegt. Der Umwelt- und Stadtentwicklungsausschuss billigte dies.

Luginger zufolge muss die Region Germering bis zum Jahr 2050 mit einer Erhöhung der Durchschnitts-Temperatur um zwei Grad rechnen, wenn es keine Klimaschutzmaßnahmen geben wird. Das zeigten Daten des Bayerischen Landesamts für Umwelt. Weltweit sei selbst bei einem völligen Stopp aller Treibhausgas-Emissionen mit einer Zunahme von Extremwettereignissen zu rechnen. Eine Anpassung an den Klimawandel ist aus Sicht von Luginger deswegen notwendig.

Die Bundesregierung hat deswegen laut Luginger schon 2008 eine Deutsche Anpassungsstrategie an den Klimawandel (DAS) beschlossen und dabei verschiedene Möglichkeiten des Handelns aufgezeigt. Dabei werden auch direkte Maßnahmen vor Ort empfohlen, um die Bevölkerung Hitze, Starkregen und anderen Ereignissen zu schützen.

Mehrere meist größere bayerische Städte haben schon entsprechende Klimaanpassungskonzepte erarbeiten lassen. Neben München und Augsburg sind aber auch kleinerer Kommunen wie Freising (45 000 Einwohner) und Pfaffenhofen a.d.Ilm (24 000) diesen Schritt gegangen. Die Kosten dafür betragen Luginger zufolge rund 60 00 Euro. Allerdings fördert der Freistaat dies mit 70 Prozent. Auf die Stadt fallen deswegen maximal 18 000 Euro.

Welche Bedingungen ein Klima-Anpassungskonzept genau erfüllen muss, ist unklar. Das hat Pascal Luginger von der Beratungsstelle Energieeffizienz und Nachhaltigkeit der Bayerischen Architektenkammer erfahren. Die Rahmenbedingungen seien nur durch die Richtlinien des Fördergebers, also des Freistaats festgelegt. Und die sind sehr weit gefasst. Kommunen, die einen Antrag stellen wollen, müssten deswegen durch ein Planungsbüro vorab ihre Ausgangssituation analysieren und bewerten lassen. Mögliche Vorhaben zur Anpassung, Entwicklung von Strategien zur Umsetzung und gegebenenfalls Planung von Vorhaben zur Klimaanpassung sollten ebenfalls aufgelistet werden.

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