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Am Beginn einer langen Wanderung: Claudia Zeiske marschierte vom schottischen Huntley aus nach Germering.

Anti-Brexit-Marsch

Anti-Brexit-Marsch: Diese Frau ist von Schottland nach Germering gewandert

Im Juli startete Claudia Zeiske ein besonderes Kunstprojekt namens „Pathport“ – einen Anti-Brexit-Marsch. Mit ihrem Mann lief sie von Schottland nach Germering.

Germering – Claudia Zeiske ist mit einem Briten verheiratet und hat Deutschland Mitte der 1980er-Jahre verlassen. Die drei Kinder des Paares haben einen deutschen und einen britischen Pass. „Mein Mann Nick hat mich auf der Reise begleitet“, berichtet die 58-Jährige.

Während der dreimonatigen Tour schickte Claudia Zeiske ihrer Mama jeden Tag eine Ansichtskarte.

Vor über 20 Jahren gründete sie die Organisation „Deveron Projects“. Bei der Kunstorganisation steht statt Bildern oder Skulpturen der Mensch im Vordergrund. „Es ist ein Ort der Internationalität. Wir laden Künstler aus aller Welt ein. Doch dieses Mal war ich an der Reihe, ein Projekt zu starten, das auf die meines Erachtens beschränkte und engstirnige britische Politik reagiert“, erklärt Zeiske ihre Motivation.

Ihren kulturellen Marsch von Schottland nach Germering will sie als eine Art Liebeserklärung an Europa verstanden wissen, weniger als Brexit-Protestmarsch, denn: „Ich habe es immer sehr genossen, in verschiedenen europäischen Ländern studieren zu dürfen oder mein Geburtsrecht, überall leben oder arbeiten zu dürfen, ausüben zu können“, erzählt die 58-Jährige.

Ankunft: Claudia Zeiske und ihr Mann Nick am Bahnhof Germering.

Bei ihrer Wanderung von „Home to Home“, sprich von einer Heimat in die andere, passierte genau das, was sie sich erhofft hatte. Sie kam ganz direkt mit Menschen in Kontakt und ins Gespräch. „Jeder Tag war eine Bereicherung und ich hoffe, mit meinen Eindrücken von dieser etwas anderen Pilgerschaft anderen Menschen Mut geben zu können, sich eine eigene Route zu entwerfen; schließlich gibt es viele Wege oder Pfade in Europa oder der Welt, die man miteinander verknüpfen und sich damit auseinandersetzen kann, was einen beschäftigt, bestürzt oder auch freut“, lautet ihre Überzeugung.

Gemeinsam mit ihrem Mann Nick blickt Claudia Zeiske auf viele Erlebnisse zurück, die noch lange nachhallen werden: „Es war ein ganz besonderes Gefühl, von Holland nach Deutschland im Wald von Nijmegen zu laufen und nicht zu wissen, in welchem Land wir gerade waren.“ Erst als sie einen Jägerstand sah, war sie sich ziemlich sicher, in Deutschland zu sein. „Das hat sich bei der ersten Bäckerei bestätigt, denn deutsches Brot ist und bleibt das beste.“

Schon am zweiten Tag ihrer Reise begegnete ihr eine Frau mit Hund, die ihr die Richtung nach München zeigen wollte. „Das war auch die einzige Begegnung in den ersten fünf Tagen im menschenarmen Schottland“, erinnert sich Zeiske.

Neben offiziellen Staatsgrenzen überschritt die Wandernde auf ihrer ganz persönlichen Tour auch schnell wechselnde Sprachgrenzen: „Wir kamen von einem Ort, in dem tiefstes Fränkisch gesprochen wurde, zwei Kilometer weiter zu einem anderen in dem höchst schwäbisch geschwätzt wurde.“

Natürlich kam es auch zu Gesprächen über den EU-Austritt Großbritanniens. „Leider trifft man nur selten Menschen, die Brexiteers, also Befürworter des Austritts, sind. In einem Hotel am Rhein war eine große englische Busgesellschaft, einige oder alle von ihnen könnten Befürworter gewesen sein – trotzdem bewunderten sie uns für unsere Wanderung.“ In Holland hingegen zeigten sich viele Menschen enttäuscht, denn: „Für viele Niederländer waren die Briten immer Verbündete – nun beklagen viele, diese verloren zu haben“, erzählt Zeiske.

von Angi Kiener

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