Der Gebrauchshundeverein ist vom Lockdown genauso betroffen wie alle Sportler. Das Vereinsgelände liegt zurzeit brach. Das Foto zeigt ein Turnier auf dem Platz an der Nimrodstraße aus dem Jahr 2019.
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Der Gebrauchshundeverein ist vom Lockdown genauso betroffen wie alle Sportler. Das Vereinsgelände liegt zurzeit brach. Das Foto zeigt ein Turnier auf dem Platz an der Nimrodstraße aus dem Jahr 2019.

Gebrauchshundeverein

Auch die Hunde dürfen nicht trainieren

  • Andreas Daschner
    vonAndreas Daschner
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Die Corona-Krise hat nicht nur Sportler hart getroffen. Auch Musik-, Freizeit-, Kultur- und andere Vereine leiden unter den Kontaktbeschränkungen und dem Verbot von Veranstaltungen. Der Merkur stellt die Vereine in einer losen Serie vor. Heute geht es um den Gebrauchshundeverein (GHV) Unterpfaffenhofen.

Germering – Von Betriebsverbot für Sportstätten in der Pandemie sind nicht nur Menschen betroffen. Auch Hunde können nicht trainieren. Der Übungsplatz des Gebrauchshundevereins liegt momentan brach. Normalerweise treffen sich auf dem Platz an der Nimrodstraße im Ortsteil Harthaus zahlreiche Vierbeiner und ihre Besitzer.

Hier finden zum Beispiel das Training und die Prüfung für Begleithunde statt, wie die Vorsitzende Alexandra Hubmann berichtet. Dabei handelt es sich um die unterste Stufe der Ausbildung für Vierbeiner und gleichzeitig die Eingangsprüfung für die Beteiligung an Hundesportprüfungen.

Der Turnierhundesport ist ein Vierkampf aus Unterordnung, Hindernislauf, Slalom und Dreisprung. Auch Agility wird trainiert – ein Hundesport für Tier und Mensch, bei dem die Bewältigung eines Hindernisparcours im Vordergrund steht. Oder die Königsdisziplin der Unterordnung: Obedience. Dabei ist die perfekte Zusammenarbeit von Hund und Hundeführer gefragt.

„Außerdem haben wir eine Welpengruppe“, berichtet Hubmann. Die könne sich momentan aber ebenso wenig treffen wie die Gruppe für Junghunde. Dort sind die Tiere, die später an Hundesportturnieren teilnehmen, noch mit denen gemischt, für die das nicht angedacht ist.

Letztmals war der Verein im Spätsommer auf dem Übungsplatz aktiv. „Was wir durften, haben wir getan“, sagt Alexandra Hubmann. Dabei galten selbstverständlich strenge Einschränkungen durch die geltenden Hygieneregeln. „Dadurch haben wir das Hundetraining für unsere Mitglieder, aber auch für Nichtmitglieder anbieten können.“ Dann kam allerdings der zweite Lockdown.

So ganz ruht das Vereinsleben dennoch nicht – auch wenn weder Turniere noch Training vor Ort möglich sind. „Wir haben ein Online-Angebot geschaffen“, berichtet die Vereinsvorsitzende. Vermittelt wird dabei zum Beispiel die Theorie der Begleithundeprüfung. Oder die Teilnehmer zeigen Videos von ihren selbstständig durchgeführten Trainingseinheiten mit ihren Hunden und diskutieren diese anschließend.

„Das Angebot kommt sehr gut an“, berichtet Hubmann. Zum Teil ist die Aufmerksamkeitsspanne der Teilnehmer sogar besser als bei Einheiten vor Ort. „Da fangen die Leute dann schon mal das Ratschen an, was online nun ja nicht so möglich ist“, sagt Hubmann.

Allzu lange wird die Konzentration der Teilnehmer dennoch nicht gefordert. In der Regel dauern die einzelnen Online-Angebote rund eine Stunde. Auch wenn das virtuelle Training gut angenommen wird: Hubmann hofft, dass die Hundebesitzer und ihre Tiere schon bald wieder auf dem Übungsplatz aktiv werden können.

Ob das aber schon im März möglich sein wird, bezweifelt sie. „Beim ersten Lockdown ist der Sport auch nicht unbedingt vorrangig behandelt worden.“ Für den Fall, dass es wieder losgeht, ist die Vereinschefin aber gerüstet: „Das Hygienekonzept vom ersten Lockdown habe ich noch in der Schublade.“

Vereinssteckbrief

Gründungsjahr: 1951

Mitglieder: rund 125

Kontakt: info@ghv-unterpfaffenhofen.com

Internet: www.ghv-unterpfaffenhofen.com

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