+
Endlich geht’s los: Mit seinem Ranzen und der roten Schultüte im Gepäck drückt Emil (6) heute zum ersten Mal die Schulbank.

Die Schule geht wieder los

Auch für Emil beginnt der Ernst des Lebens

  • schließen

Ranzen, Klassenzimmer, Hausaufgaben und natürlich eine bunte Schultüte – 2087 Abc-Schützen aus dem Landkreis Fürstenfeldbruck erleben am Dienstag ihren ersten Schultag. Auch Emil aus Germering.

Landkreis – Fünf plus zwei ist sieben. Und vier mal fünf ist zwanzig – logisch. Diese Rechenaufgaben kann Emil schon fast im Schlaf lösen. „Früher habe ich mit den Fingern gerechnet, jetzt geht das ohne“, sagt der Sechsjährige aus Germering. Und auch seinen Namen kann er schreiben. Dabei besucht er erst ab Dienstag die Grundschule.

Lang hat Emil diesen besonderen Tag herbeigesehnt. Beim Gesprächstermin mit dem Tagblatt hält der aufgeweckte blonde Bub mit der hellblauen Brille ein kariertes Blatt Papier in der Hand. Darauf hat seine seine Mama Annette Scharrer (46) eine handvoll Kästchen eingezeichnet. Sie stehen für die Tage bis zum Schulbeginn und Emil hat jeden Tag eines durchgestrichen. Auf dem Dienstags-Kästchen ist eine bunte Schultüte zu sehen.

Auch seinen Schulranzen mit dem grünen Roboter-Motiv hat Emil dabei

Etwas nervös ist der ABC-Schütze zwar, aber die Freude überwiegt. Er weiß ungefähr, was ihn erwartet. Zusammen mit den anderen Vorschulkindern hat er zweimal eine Schule und einmal auch die Mittagsbetreuung besucht – probehalber. Die Kinder haben die Klassenzimmer begutachtet und Spiele gespielt. Seinen Schulweg kennt Emil ebenfalls. Mehrmals hat er die etwa 15-minütige Strecke mit seinen Eltern geübt. „Das ist nicht schwer“, sagt der Sechsjährige. Und zu Fuß muss er auch nicht gehen, denn er hat einen Tretroller. „Damit ist er vermutlich nur zehn Minuten unterwegs“, sagt Mama Annette Scharrer. Sie wird am Anfang aber noch mitkommen. Mit dem Heimweg klappt es nämlich nicht immer.

Auch seinen allerersten Schultag muss Emil nicht alleine meistern. Mama Annette und Papa Bernd (53) begleiten ihn. Um 8 Uhr morgens geht es mit einem Gottesdienst los, danach dürfen sich alle einen Platz im Klassenzimmer aussuchen und sich endlich über den Inhalt ihrer Schultüte hermachen. Emil hat seine mit seiner Mama gebastelt. Gemeinsam haben sie das rote Kunstwerk mit Pinguin-Bildern verziert. Auch seinen Schulranzen mit dem grünen Roboter-Motiv wird Emil am ersten Schultag dabei haben.

Welche Kinder in seiner Klasse sind, weiß der Sechsjährige noch nicht. Nur ein Mädchen aus dem Kindergarten wird wohl im selben Klassenzimmer sitzen. Dass seine Freunde andere Schulen besuchen, findet Emil aber nicht allzu schlimm. Sorgen bereitet ihm eher das frühe Aufstehen. „Ich bin ein Langschläfer“, sagt er. Bis 8 Uhr liegt er gerne im Bett. Für die Schule muss er allerdings zwei Stunden früher aus den Federn. Da beneidet Emil plötzlich seine kleine Schwester Charlotte. Weil die Vierjährige in den Kindergarten geht, darf sie länger schlafen.

2087 Erstklässler besuchen die Grundschulen im Kreis Fürstenfeldbruck

Für 2087 Abc-Schützen beginnt am Dienstag an 31 Grundschulen im Landkreis der Ernst des Lebens, das teilt das Schulamt Fürstenfeldbruck mit. Im Vergleich zum Vorjahr sind das 92 Kinder weniger. Erhöht hat sich die durchschnittliche Schülerzahl pro Klasse (von 21,85 auf 21,9) und die Anzahl der Klassen (382 statt 380). Und während es vergangenes Jahr noch 8304 Grundschüler gab, sind es heuer 8349 (plus 45).

Die elf Mittelschulen im Landkreis besuchen 2962 Jugendliche in 146 Klassen. Im Vorjahr hatten sich 2969 Schüler noch auf 140 Klassen verteilt. In einer Klasse sind durchschnittlich 20,3 Schüler, im Vorjahr waren es 21,2. Die Anzahl der Übergangsklassen ist gesunken. Das Schulamt führt dies auf den verminderten Zustrom an Flüchtlingen zurück. Deswegen sind in diesem Schuljahr neun statt 14 Übergangsklassen geplant.

Die Lehrerzuweisung bezeichnet man im Schulamt als zufriedenstellend. Zwar seien vor den Sommerferien einige Lehrkräfte auf eigenen Wunsch zurück in ihre Heimat versetzt worden. Doch im Landkreis unterrichten nun 65 neue Lehrer. Pädagogen, die für Realschule oder Gymnasium ausgebildet waren, wechseln das Fach. Einen neuen Lehrplan gibt es an den Mittelschulen. Dort tritt – zunächst in der fünften Jahrgangsstufe – der sogenannte LehrplanPlus in Kraft. Dem Schulamt zufolge schließt er nahtlos an den neuen Grundschullehrplan an, der bereits gilt.

Neue Schulleiter gibt es an jeweils zwei Grund- und Mittelschulen im Landkreis. Die Grundschule in Aufkirchen leitet ab sofort Dieter Werner, die Gröbenzeller Grundschule an der Bernhard-Rößner-Straße führt Bernd Hochrein. Jochen Fuchs ist nun Chef an der Mittelschule Puchheim. Die Mittelschule an der Wittelsbacher Straße in Germering leitet Walter Braun.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Total betrunken: Olchinger (47) schlägt Ehefrau und will sie ins Gleis stoßen
Völlig betrunken ist ein Olchinger (47) am Pasinger Bahnhof auf seine Frau losgegangen und hat sogar versucht, sie ins Gleis zu stoßen. Nur ein Polizeihund konnte den …
Total betrunken: Olchinger (47) schlägt Ehefrau und will sie ins Gleis stoßen
Polizeihund bremst aggressiven Olchinger
Ein Ehepaar aus Olching hat sich am Pasinger Bahnhof einen handfesten Streit geliefert. Die Polizei musste eingreifen - auch der Diensthund.
Polizeihund bremst aggressiven Olchinger
Glatteisunfall in Deisenhofen
Im Gemeindebereich Maisach ist am Freitag gegen 16.26 Uhr ein Auto von der glatten Straße abgekommen. Wie die Polizei berichtet, fuhr ein 23-Jähriger mit seinem VW von …
Glatteisunfall in Deisenhofen
Pizza im Ofen vergessen
Der Alarm eines Rauchmelders hat am Samstag gegen 8.15 Uhr die Bewohner eines Hauses in der Steinbergstraße in Germering erschreckt. 
Pizza im Ofen vergessen

Kommentare