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Marktleiter Roland Gotz: „Der Schrank ist nich t immer rappelvoll. Wir wollen natürlich auch noch was verkaufen.“

Zu gut für die Tonne

Auch im GEP werden jetzt Lebensmittel verschenkt

Unter dem Motto „Zu gut für die Tonne“ hat das AEZ Anfang Oktober in der Buchenau ein Pilot-Projekt gegen unnötige Lebensmittelverschwendung gestartet. 

GermeringDer Supermarkt installierte eine Anlage, in der Lebensmittel am Tag des Erreichens ihres Mindesthaltbarkeitsdatums (MHD) zur kostenlosen Mitnahme angeboten werden. Jetzt können Kunden das Angebot auch in Germering nutzen.

Der Kühlschrank und die Regale, in denen die entsprechenden Lebensmittel zur Gratis-Mitnahme bereit liegen, stehen nahe des Kassenbereichs im AEZ in den Germeringer-Einkaufs-Passagen (GEP). Die Filiale ist bereits neben denen in Pullach, Dachau, Martinsried und der Buchenau die fünfte, in denen das sogenannte „Foodsharing“ praktiziert wird. „Bis Ostern oder Pfingsten sollen all unsere Märkte damit bestückt sein“, sagt AEZ-Geschäftsführer Udo Klotz.

Das Pilot-Projekt habe nach 14 Tagen einen „regelrechten Hype“ ausgelöst. Mit der Ausweitung wolle man einen Beitrag zur Nachhaltigkeit leisten und eine klare Botschaft vermitteln: „Das sind Lebensmittel, die wirft man, wenn es geht, nicht weg“, so Klotz, der gleichzeitig auch betont, eine breitere Klientel bedienen zu wollen, als die klassischen Tafeln.

Einen Großteil der kostenlosen Waren machen Joghurts aus, aber auch Obst, Gemüse und Konserven stehen den Kunden ab sofort zur Verfügung. Freilich in begrenztem Maße, wie Roland Gotz, Marktleiter in Germering, erklärt: „Der Schrank ist nicht immer rappelvoll. Wir wollen natürlich auch noch was verkaufen.“ Zu Hamsteraktionen sei es aber trotzdem noch nicht gekommen. Gotz: „Das regeln die Kunden praktisch untereinander.“

Damit nicht nur Menschen von den Gratis-Waren profitieren, gibt es auch eine Futterbox für Tiere, in denen beispielsweise Salat ausliegt. Das ist auch Josephine Sebald aus Germering nicht entgangen. Für ihre Enkelin, die zwei Meerschweinchen und einen Hasen zu Hause hat, greift sie deshalb beherzt in die Futterbox. „Ich finde das ganz toll“, sagt die 80-Jährige.

Weil die Supermärkte nach EU-Recht dafür haften müssen, wenn nach Überschreitung des MHD Waren verkauft werden und anschließend Beschwerden von Seiten der Verbraucher auftreten, sieht Udo Klotz gute Möglichkeiten, dass sich die Aktion gegen Lebensmittelverschwendung im Handel verbreitet. „Einige Mitbewerber haben sich das schon vor Ort angeschaut.“  seo

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