Franziska Keller hat ihren 100. Geburtstag unter Corona-Bedingungen gefeiert. Das Foto zeigt sie mit ihrer 13-jährigen Urenkelin Fanny, die ihren Namen trägt, auch in Germering wohnt und ihre Uroma fast täglich besucht.
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Franziska Keller hat ihren 100. Geburtstag unter Corona-Bedingungen gefeiert. Das Foto zeigt sie mit ihrer 13-jährigen Urenkelin Fanny, die ihren Namen trägt, auch in Germering wohnt und ihre Uroma fast täglich besucht.

Geburtstag im Lockdown: Feier geplatzt

Auch mit 100 liest sie noch den Merkur

  • Klaus Greif
    vonKlaus Greif
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Vor einem Jahr feierte Franziska Keller aus Germering während des ersten Lockdowns ihren 99. Geburtstag im allerkleinsten Kreis und überwiegend am Telefon. Damals meinten alle: Naja, aber den Hundertsten feiern wir nächstes Jahr ganz groß. Dass es anderes kommen würde, hat vor einem Jahr keiner erwartet.

Eine Familienfeier wäre bei Franziska Keller immer etwas größer: Sie hat drei Töchter, acht Enkel und 22 Urenkel. Und das ist nur der engste Kreis. Dazu kommen noch ihre Schwestern und zahlreiche Nichten und Neffen mit ihren Kindern. Ein gemeinsames Fest war deswegen wieder nicht möglich – es soll jetzt auf den nächsten Geburtstag verschoben werden, erzählt Tochter Gabi Sammiller und fügt an: „Wir sind sicher, so geistig fit, wie sie ist, wird sie noch mehr Geburtstage feiern.“

Natürlich wurde der Jubeltag trotzdem gebührend gewürdigt mit einem Meer von Blumen, einer tollen Deko und einer großen Geburtstagstorte. Zu solch besonderen Anlässen wird in der Riesstraße sogar die bayerische Fahne gehisst.

Das Laufen, Sehen und Hören fällt Franzsika Keller zwar seit einiger Zeit schwer. Sie wohnt allerdings immer noch zu Hause und wird von der Tochter versorgt. Trotz ihrer Handicaps liest sie immer noch mit der Lupe täglich den Münchner Merkur – Franziska Keller ist Abonnentin, seit sie in Germering lebt, also seit 1960. Die Jubilarin ist in Kirchheim in Schwaben geboren. Ihr Großvater war dort Bürgermeister und Posthalter. Als Kind hat Franziska Keller die Posthalterei mit den Kutschen und 13 Pferden noch erlebt, erzählt Tochter Gabriele Sammiller – sie ist als frühere Lehrerin der Kirchen- und der Wittelsbacher Schule vielen Germeringern bekannt.

Der Vater von Franziska Keller, ein Kaufmann, zog mit der Familie nach Schrobenhausen,wo er einen Kolonialwarenhandel aufbaute. Dort arbeitete sie bis zu ihrer Heirat in der Buchhaltung. Im Zweiten Weltkrieg hat sie ihren Mann, Meinrad Keller, kennengelernt, geheiratet und drei Mädchen geboren. Da ihr Mann im Zentralamt der Bundesbahn arbeitete und mehrmals versetzt wurde, musste sie mit dem Drei-Mäderl-Haus erst nach Karlsruhe, dann nach Offenbach am Main und schließlich nach Germering ziehen. Hier wohnt sie seit 1960 im eigenen Häuschen an der Riesstraße. Die Töchter wuchsen hier auf, gingen in Germering und Pasing zur Schule, heirateten und bescherten dem Geburtstagskind acht Enkel und 22 Urenkel – der Älteste ist heute 23, die Jüngste, Urenkelin Marlene, zwei Jahre alt. Einen Teil der Enkel hat sie auch mit aufwachsen sehen und mit aufgezogen, weil sie zeitweise bei ihr zu Hause im oberen Stockwerk wohnten.

Persönlich gratulieren konnten diesmal nur die allernächsten Verwandten und das gestaffelt und immer schön mit Abstand. Und zum Glück hat sie zumindest schon die erste Impfung erhalten. Aber im digitalen Zeitalter ist vieles möglich, und so hat eine Enkelin für sie ein Video zusammengestellt, in dem sie von der ganzen Familie mit Beiträgen gefeiert wurde.

Gefreut hat sie sich auch über einen Blumengruß von OB Andreas Haas, einen kulinarischen Gruß von Landrat Thomas Karmasin und einen Brief des Bundespräsidenten.

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