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Polizeihauptmeister Peter Fehr hat sich an der neu eingerichteten Ampel postiert.  Sie wurde aufgebaut, damit die Kinder sicher zur Theresen-Grundschule kommen, so lange in der nahe gelegenen Wittelsbacherschule gebaut wird.

Kritik von der Polizei

Auf dem Schulweg: Germeringer Eltern ignorieren Ampel

In Germering ignorieren Eltern hartnäckig die Ampel an der Wittelsbacherstraße, die den Weg zur Theresen-Grundschule sicherer machen soll. Polizei und Schulleitung kritisieren das scharf.

Germering – Halb acht Uhr morgens an der Wittelsbacherstraße, zweiter Schultag: Aus allen Himmelsrichtungen strömen Schüler herbei. Viele werden von Mama oder Papa begleitet. Schließlich soll der Nachwuchs sicher zur Theresen-Grundschule kommen. Von Sicherheit scheinen manche aber eine eigenartige Auffassung zu haben. Hastig huschen sie mit dem Kind an der Hand über die Straße – obwohl die Stadt während der Bauphase an der Wittelsbacherschule ein paar Meter weiter extra eine Fußgänger-Ampel aufgestellt hat. Von anderen Eltern angesprochen, reagieren viele mit Unverständnis: Was mischen die sich in meine Angelegenheiten ein?

Germerings Polizeisprecher Andreas Ruch kritisiert das Verhalten

Während der Bauphase ist die Wittelsbacherstraße nur in eine Richtung befahrbar. Eigens aufgestellte Schilder sollen Schülern und Eltern den sicheren Weg weisen, werden aber häufig ignoriert

Genau 24 Stunden später steht Polizeihauptmeister Peter Fehr in Uniform an der Ampel. Das zeigt Wirkung. Brav warten Kinder, Jugendliche und Eltern, bis das grüne Männchen erscheint. Fehrs Kollege hat sich rund 20 Meter weiter postiert – und er hat alle Hände voll zu tun. Alle zehn Sekunden muss er die Passanten ermahnen, doch die Ampel zu benutzen. Die einen fühlen sich ertappt, und tippeln mit eingezogenem Kopf davon, andere stapfen wütend brummelnd in Richtung Ampel.

Bei Germerings Polizeisprecher Andreas Ruch hält sich das Verständnis für das Verhalten der Erwachsenen in engen Grenzen. „Das kann böse Folgen haben“, sagt Ruch. Hätten sich die Kinder erst einmal daran gewohnt, die Straße ohne Ampel zu überqueren, sei es sehr schwierig, dieses Verhalten aus den Köpfen wieder herauszubekommen. Ein Grund für die Abkürzung über die Straße seien die örtlichen Begebenheiten. Viele der Schüler kommen aus der nahe gelegenen Hochhaus-Siedlung. Einer der Hauptwege mündet direkt in die Wittelsbacherstraße – da ist die Verlockung groß, die Straße direkt zu überqueren anstatt den Umweg über die Ampel zu nehmen. Doch der Weg aus der Siedlung dient gleichzeitig als Feuerwehrzufahrt. „Deswegen kann dort keine Absperrung errichtet werden“, erklärt Ruch.

Manche Eltern finden, dass die Ampel nicht nah genug an der Schule steht

Auch Monika Lassak, Rektorin der Theresen-Grundschule, sieht in dem Weg einen Grund für die Ampel-Verweigerung. Und auch sie findet das Verhalten unverantwortlich. „Wir haben alle Eltern in einem Brief aufgefordert, mit ihren Kindern die Ampel zu benutzen“, sagt die Schulleiterin. Auch sie sieht im Ignorieren der Ampel in erster Linie Bequemlichkeit. Manche Eltern hätten sich bereits beschwert, dass die Ampel so weit von der Schule entfernt sei.

Näher habe die Anlage allerdings nicht installiert werden können, sagt Katja Wolz vom städtischen Bauamt. Würde die Ampel weiter nach Osten verlegt, stünde sie im Kreuzungsbereich mit der Kurfürstenstraße. Das sei allerdings undenkbar. Zum einen wegen der Baufahrzeuge, die aus der Kurfürstenstraße kommen, zum anderen weil der Gehweg dort nicht ausreichend für Rollstuhlfahrer abgesenkt sei. Zusammen mit der Polizei sei man deshalb zu dem Schluss gekommen, dass der jetzige Standort der optimale sei.

Jetzt wollen Schulleitung, Stadt und Polizei die Situation weiter beobachten. Polizei-Vize Andreas Ruch kündigt an, auch in Zukunft zu Schulbeginn Beamte an der Ampel zu postieren. „Aber wir haben leider nicht die Kapazität, uns jeden Tag dort hinzustellen.“

von Tobias Gehre

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