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Stau im Sitzungssaal: Rund 70 Interessierte verfolgen die Sitzung des Bauausschusses.

Bauausschuss Germering

Ausbau A 96: Startschuss für Mega-Projekt

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Die Arbeiten zum Ausbau der A 96 von vier auf sechs Spuren stehen in den Startlöchern. Die Großbaustelle soll dreieinhalb Jahre dauern. Der komplette Verkehr wird auf die Südfahrbahn umgelegt.

Germering – Es ist eng geworden in Germering – und zwar einerseits am Mittwochvormittag auf der A 96, andererseits am Dienstagabend im Sitzungssaal des Rathauses. Jeweils kam es zu Stau und Verzögerungen.

Rund 70 Interessierte waren zur Sitzung des Bauausschuss gekommen. Einige saßen wegen Platzmangels auf den freien Stühlen der Stadtratsmitglieder. Andere standen zwischenzeitlich im Türrahmen. Sie alle wollten wissen, wo, wie und vor allem ab wann die A 96 von vier auf sechs Spuren erweitert wird. Fünf Vertreter der Autobahndirektion Süd, Dienstelle Kempten, stellten zunächst Bauabschnitte und -phasen dar. Später diskutierten sie mit Anwohnern über die anstehende Mega-Baustelle oder wie Olaf Weller von der Autobahndirektion sagte: „Das größte Projekt, das bei uns derzeit in Bau ist.“

Die A 96 ist überdurchschnittlich viel befahren

Geplant ist, dieAutobahn zwischen den Anschlussstellen Oberpfaffenhofen und Germering-Süd (auf 8,9 Kilometern) von vier auf sechs Streifen zu erweitern. Kernstück sind die beiden Galerien auf Höhe von Germering und Gilching, hinter denen die Autobahn verschwinden soll. Rechts und links der Galerien werden Lärmschutzwände aufgestellt und Flüsterasphalt aufgetragen.

Nach Angaben der Autobahndirektion vermindert sich dadurch der Verkehrslärm für die Anwohner um 17 Dezibel. Der Flüsterasphalt bringt fünf Dezibel Lärmminderung. „Der Ausbau wird ein deutlicher Gewinn für Germering sein“, sagte Weller.

Die Autobahn-Vergrößerung ist freilich aus verkehrsplanerischer Sicht notwendig. Die A 96 ist überdurchschnittlich viel befahren. Aktuellen Messungen zufolge (Stand 2015) sind hier täglich 78 300 Fahrzeuge unterwegs. Für das Jahr 2025 rechnet man mit 84 500 Autos und Lkws. Zum Vergleich: Durchschnittlich fahren auf einer bayerischen Autobahn täglich 45 000 Fahrzeuge. Weller sagt vor diesem Hintergrund: „Der Ausbau ist absolut notwendig.“

Behinderungen für Pendler auf der A 96 bei Germering

Dieser Meinung ist auch der Bund. Die Finanzierung des Mammut-Projekts ist gesichert. Der Ausbau ist entsprechend seit Dezember im Bundesverkehrswegeplan vermerkt. Die Kosten belaufen sich auf 98 Millionen Euro, im Bereich Germering sind es 41 Millionen.

Klar ist: Germeringern und Pendlern aus und nach München stehen dreieinhalb Jahre bevor, in denen Bauarbeiten den Verkehr blockieren. Daraus machte auch Weller keinen Hehl: „Das zieht Beeinträchtigungen nach sich“, sagte er. Der Verkehr werde umgelegt und Fahrbahnen verengt. Aber: „Alle Fahrstreifen werden aufrechterhalten.“

Die Arbeiten laufen langsam an. Bäume wurden bereits gefällt, Markierungen angebracht. Im Laufe der nächsten Wochen werde der Verkehr komplett auf die Südfahrbahn umgelegt, um die Galerie zu errichten, sagte Heiner Glückmann von der Autobahndirektion. Bereits Ende April wird die Brücke auf Höhe der Otto-Wagner-Straße abgerissen. Die Brücke bei der Neuen Gautinger Straße kann bleiben.

Pläne zum Ausbau der A 96 auf der Website des Germeringer Rathauses

2020 soll die Galerie fertig sein. Der Verkehr verschwindet darin auf Höhe der Pestalozzistraße und kommt nach der Otto-Wagner-Straße wieder hervor. Parallel zu der Galerie soll ein Betriebs- und Fluchtweg entstehen. Das Bauwerk ist seitlich offen. Das ermöglicht einerseits eine natürliche Beleuchtung, andererseits wirke sich das positiv aus, sollte es einmal brennen, sagte Sacha Weber von der Autobahndirektion.

Viele Anwesende zückten im Sitzungssaal ihr Smartphone und machten Fotos von der Präsentation, die ein Beamer an die Wand warf. OB Andreas Haas (CSU) versprach, die Pläne auf der Rathaushomepage zu veröffentlichen. Später diskutierten Anwohner mit den Vertretern der Autobahndirektion im Sozialraum, während die Mitglieder des Bauausschusses die weiteren Tagesordnungspunkte abklapperten.

Ein weiterer Anwohner der Montessoristraße wunderte sich, warum Bäume an der Autobahn gefällt worden sind. Ob dort eine Zufahrt zur A 96 entstehe, wollte er wissen. Heiner Glückmann erklärte, dass auf Höhe der Pestalozzistraße ein Zugang für Betriebsfahrzeuge oder die Feuerwehr geschaffen werde. Für den Fall, „wenn ein Unfall im Tunnel ist“.

2018 soll die Baustelle auf der A 96 beendet sein

Der Verkehr wird in den nächsten Wochen komplett auf die Südfahrbahn der A 96 verlegt, um mit dem Bau der Galerie zu beginnen. Auf einer Fahrtrichtung verlaufen dann vier verengte Fahrspuren (zwei nach Norden, zwei nach Süden). Dieser Zustand wird die kommenden zwei Jahre andauern.

Geplant ist, ab 2019 entsprechend die südliche Fahrbahn auszubauen. Ab 2018 sind beide Galerien bei Germering und Gilching in Bau. Dazwischen wird die komplette nördliche Fahrbahn erweitert. 2019 sollen auch die Rohbauten der Galerien fertig sein. Anschließend beginnen darin notwendige Feinarbeiten. 2020 sollen die Galerien komplett fertig sein. Im Anschluss wird asphaltiert.

Die Brücke auf Höhe der Otto-Wagner-Straße muss Ende April abgerissen werden. Sie soll anschließend in die Galerie integriert werden. Die bestehenden Lärmschutzwände entlang der Autobahn sollen während der Bauarbeiten zunächst bestehen bleiben, um den Baulärm für die Anwohner so gering wie möglich zu halten. Danach werden sie abgetragen

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