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An der A 96 

Autobahnbrücke in Schutt und Asche

Die Autobahnbrücke an der Otto-Wagner-Straße ist Geschichte: Im Zuge des sechsstreifigen Ausbaus der A 96 wurde das Bauwerk in der Nacht von Samstag auf Sonntag abgerissen. Der Neubau soll im Spätherbst wieder eröffnet werden.

Germering – Halogenstrahler verwandeln die Nacht auf der Lindauer Autobahn in hellen Tag. Gegen das Licht ist die Staubwolke schon von Weitem zu sehen. Verursacht wird sie von vier tonnenschweren Baggern, die der Brücke an der Otto-Wagner-Straße zu Leibe rücken. Mit riesigen hydraulischen Abbruchhämmern und -zangen reißen sie das mächtige Bauwerk in wenigen Stunden ab. Was übrig bleibt, ist ein gewaltiger Haufen Beton und Eisen.

„Alleine heute Nacht dürften wir rund 3500 Tonnen Schutt produzieren“, schätzt Bauleiter Reinhard Bukowsky von der Firma „G. Hinteregger und Söhne“. Das Salzburger Unternehmen ist damit beauftragt, die geplante Galerie zu bauen, mit der die A 96 auf Höhe Germering eingehaust werden soll. „Der Abriss der Brücke ist ein Teil dieser Arbeiten“, sagt Bukowsky.

Der Zeitplan für die Bagger ist eng getaktet. Schließlich sollen die Autos ab 8 Uhr morgens die Autobahn wieder befahren können. Ein Teil der Arbeiten wurde deshalb bereits erledigt, als die A 96 noch nicht gesperrt war: Die seitlichen Stützmauern konnten bei laufendem Betrieb beseitigt werden. „Jetzt ist die Fahrbahndecke der Brücke, der Mittelpfeiler und das Widerlager auf der Südseite an der Reihe“, erklärt der Bauleiter.

Dicke Hartholzbretter – so genannte Baggermatratzen – sorgen dafür, dass die Fahrbahn von den schweren Baufahrzeugen und den herabfallenden Trümmern nicht beschädigt wird. Alles in allem produzieren die vier Bagger – zwei 40-, ein 50- und ein riesiger 55-Tonner – mitsamt den zuvor abgebrochenen Stützmauern rund 7000 Tonnen Schutt.

Darunter findet sich auch jede Menge Styropor. „Es handelt sich um eine so genannte Hohlkörperbrücke, die mit dem Material gefüllt ist“, erklärt Bukowsky. Der Abbruchschutt wird auf dem ohnehin gesperrten Teil der Autobahn in den nächsten Tagen gelagert und sortiert. „Danach wird das Material verwertet“, sagt Bukowsky. Das heißt: Wenn möglich, wird es wiederverwendet, andernfalls entsorgt.

Der Abbruch selbst ist es übrigens nicht, der die rund 15 Arbeiter auf der Baustelle in dieser Nacht am meisten unter Zeitdruck setzt. „Am längsten dauert es, den Schutt auf die Seite zu schaffen und dann die Autobahn wieder befahrbar zu machen“, sagt Bukowsky. Da wartet dann der nächste Kraftakt, denn wenn das Abbruchmaterial beseitigt ist, müssen die für den Abriss beseitigten schweren Betonleitplanken, die während der Bauphase zum Einsatz kommen, wieder aufgebaut werden.

Noch bis Juni 2019 werden Bukowsky und seine Kollegen auf der A 96 zu Gange sein. Dann soll die Galerie fertiggestellt sein. Der Ersatzbau für die Brücke wird aber schon früher in Betrieb gehen. Geplant ist die Eröffnung im November. Bukowsky sagt: „Schließlich soll das Gewerbegebiet auf der anderen Seite schnell wieder von Germering aus erreichbar sein.“ (ad)

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