Bei der geplanten Bebauung des Kreuzlinger Feldes spielen die Autofrei-Ideen des Umweltbeirats keine Rolle.

In Germering

Autofrei am Kreuzlinger Feld? Geht nicht!

Das geplante Neubaugebiet Kreuzlinger Feld soll autofrei werden und ohne Stellplätze auskommen. Mit dieser Forderung hat der Umweltbeirat im September für Aufsehen gesorgt.

Germering – Die Stadtverwaltung und auch die Mitglieder des Umwelt-, Planungs- und Bauausschusses haben diesen Plänen jetzt aber eine Absage erteilt.

Bis zu 1000 neue Wohnungen sollen zwischen der Bahnlinie und der Alfons-Baumann-Straße entstehen. Geht es nach den Plänen des Umweltbeirats, sollen die rund 2000 Bewohner des Areals ohne Autos auskommen. Nahversorgung, Kinderbetreuung und Schulen seien auch ohne eigenen Wagen gut erreichbar. Zudem gebe es eine sehr gute Bus- und Fahrradanbindung. Deshalb fordert der Beirat, auf Tiefgaragen und sonstige Stellplätze zu verzichten.

Doch das ist rechtlich kaum möglich, erklärte Stadtbaumeister Jürgen Thum im Ausschuss. Denn nach der Bayerischen Bauordnung müssten ausreichend viele Stellplätze gebaut werden. Zwar gebe es die Möglichkeit, durch eine kommunale Satzung die Zahl der Plätze auf null zu reduzieren. Doch diese Regelung gehe nicht so weit, dass die Stadt die Errichtung von Stellplätzen verbieten kann. „Da kommen wir nicht raus“, sagte Thum.

Der Stadtbaumeister sprach sich aber auch unabhängig von der rechtlichen Situation dagegen aus, komplett auf Stellplätze zu verzichten. Dass alle Bewohner des Neubaugebiets keine Autos hätten, sei nicht realistisch. „Wenn wir keine Stellplätze schaffen, suchen sich die Leute anderswo welche.“ Mit der geplanten Tiefgarage könne man hingegen steuern, wo die Autos am Ende abgestellt werden.

Zudem seien die Tiefgaragen momentan direkt unter den Gebäuden geplant. Die Innenhöfe könnten so – entgegen der Vermutung des Umweltbeirats – mit großen Bäumen bepflanzt werden.

Auch bei den Mitgliedern des Ausschusses kamen die Pläne des Umweltbeirats nicht gut an. So etwas funktioniere nur freiwillig, sagte Franz Senninger (CSU). „Mit Verboten schafft man nur das Gegenteil.“ Gabriele Off-Nesselhauf (CSU) erinnerte daran, dass viele – etwa gehbehinderte – Menschen auf Autos angewiesen seien. Und Robert Baumgartner (SPD) begrüßte das Konzept, nach dem das Neubaugebiet an der Oberfläche autofrei sein soll. „Ganz ohne Auto geht es aber nicht“, so der Sozialdemokrat. (tog)

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