In Germering

Baugebiet am Kreuzlinger Feld: Die Gegner formieren sich

  • vonHans Kürzl
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Der Widerstand gegen die geplante massive Bebauung am Kreuzlinger Feld wächst. Zwar lud die Stadt zur Expertenrunde, doch gut informiert fühlten sich die Anwohner davon nicht.

Germering – „Es ist positiv, dass uns die Stadt zu dieser Expertenrunde eingeladen hat.“ Stefan Geyer ist einer der Wortführer der Bürgerinitiative (BI) der Anwohner vom Kreuzlinger Feld, die sich Anfang des Jahres gebildet hat. Man bleibe so im Gespräch. „Wir sind auch nicht dagegen, dass überhaupt gebaut wird.“ Doch dann wird Widerstand deutlich. Knackpunkte seien die Verdichtung und der Verkehr. Man werde auf jeden Fall ein Bürgerbegehren und einen Entscheid in Erwägung ziehen, so Geyer gegenüber unserer Zeitung.

Weit emotionaler kündigte die Anwohnerin Elisabeth Niederhofer während der Versammlung an, zur Not auch eine Normenkontrollklage anstrengen zu wollen. An Oberbürgermeister Andreas Haas gerichtet, fügte sie hinzu: „Es kann nicht sein, dass Sie die eigenen Bewohner belasten, nur weil Sie Sozialwohnungen wollen.“ Haas wies auf die Verpflichtung der Stadt hin, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Der sei auch für Angestellte städtischer Einrichtungen notwendig, so der Oberbürgermeister.

Für Niederhofer und etliche weitere Anwohner stellte sich die Verdichtung zumindest als belastend dar. Beklagt wurde ebenso die massive Wirkung, die durch eine fünfstöckige Bebauung entsteht. Architekt Peter Bohn führte dazu aus, dass diese Höhe eher in der Mitte des künftigen Bebauungsfeldes der Fall sei. An den Rändern versuche man, sich an die bestehende Bebauung anzupassen.

Dass die kommende Verdichtung auch weitere Infrastruktur nach sich ziehe, war grundsätzlich unstrittig. So entsteht laut den Planern zum Beispiel ein Bedarf für zusätzlich je etwa 80 Krippen-, Kindergarten- und Grundschulkinder. Dies führte Volker Saum auf, der die Entwicklungen der sozialen Infrastruktur darstellte. Doch Elternbeirätin Tanja Kirsch weist darauf hin, dass ihrer Einschätzung nach nicht nur diese Einrichtungen bereits am Anschlag arbeiten würden, sondern auch die weiterführenden Schulen. Kirsch wies außerdem auf den durch diese Einrichtungen anwachsenden Verkehr hin.

Die Straßen sehen die Anwohner bereits jetzt an der Belastbarkeitsgrenze. Verkehrsplaner Ulrich Glöckl wies zwar darauf hin, dass man im Bereich der Landsberger Straße eine Ampelanlage installieren und damit die Zufahrtsituation verbessern wolle. Dies sei angesichts von 6500 zusätzlichen Fahrten, mit denen durch die rund 2000 neuen Einwohner zu rechnen sei, aber auch geboten.

Doch die Anwohner bezweifeln, dass Entlastung geschaffen wird. „Wie ist das zu schaffen, wenn jetzt schon Werte nicht eingehalten werden“, erklärt Geyer in Bezug auch auf den Lärm, der durch die Autos entsteht. Verkehrsplaner Glöckl empfand es daraufhin als unangenehem, „dass es scheinbar immer moderner wird, wissenschaftliche Werte und Aussagen anzuzweifeln“.

Bei Anwohner Ivica Konjevoda bleibt dennoch der Eindruck, von der Expertenrunde „mit einer schönen Präsentation nur den Ist-Zustand dargestellt bekommen zu haben“. Großen Informationswert habe die Veranstaltung für ihn nicht gehabt.

Zumindest einen Zeitrahmen bekamen die Anwohner vermittelt. Voraussichtlich nach den Sommerferien soll in Bauausschuss und Stadtrat beraten werden. „Wir wollen auch die Anmerkungen der Anwohner noch einarbeiten“, kündigte OB Haas an. Dass die Bürger auf den üblichen Verfahrenswegen beteiligt würden, sei selbstverständlich. Auf Grund der vorgegebenen Fristen könne dies eineinhalb Jahre in Anspruch nehmen, so Haas. „Wann dann gebaut wird, liegt in der Hand des Investors.“

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