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Die fliegenden Frauen von Zagreb: Für Deutschland war Paula Reips (r.) vom SC Unterpfaffenhofen erste Wahl.

Beach-Europameisterschaft

Sommerliche Reize des Handballs auf Sand

In der Volleyball-Szene ist die sommerliche Strand-Variante längst schon beliebter als die winterliche Hallenrunde. Nun zieht der Beachhandball nach. Spezialistinnen in der leicht abgeänderten Sommer-Variante des Hallenhandballs sind Kristen Walter, die beim HCD Gröbenzell in der 2. Bundesliga spielt, und Paula Reips vom SC Unterpfaffenhofen.

Gröbenzell/Germering Eine junge Frau läuft mit schnellen Schritten durch den Sand. Sie fängt den Ball, macht zwei große Schritte nach vorn, springt mit beiden Beinen gleichzeitig aus dem weichen Untergrund in die Höhe und dreht sich einmal um die eigene Achse. Noch bevor sie wieder aufkommt, erfolgt ein platzierter Wurf auf das Tor. So sieht es aus, wenn Kirsten Walter und Paula Reips Beach-Handball spielen. Zuletzt bei der Europameisterschaft in Zagreb.

Spektakuläre Szenen gehören zum Repertoire von Kirsten Walter (r.), die in der Halle für den HCD Gröbenzell am Ball ist.

Bei der EM in Kroatien kamen sie für zwei deutsche Nationalmannschaften zum Einsatz. „Es ist schon etwas Besonderes, den deutschen Handball vertreten zu dürfen“, so Walter. Mit dem Frauenteam reichte es zwar nur für den vorletzten Platz, aber die 21-Jährige nimmt trotzdem etwas mit aus dem Turnier: „Ich konnte weitere Erfahrungen auf internationaler Ebene sammeln und mich individuell weiterentwickeln.“

Beim Beach-Handball geht es noch schneller zu als in der Halle

Für die aus Ismaning stammende Gröbenzeller Stammspielerin war es bereits die dritte Teilnahme an einer EM: 2015 war sie für die U19 und die Senioren in Spanien am Ball. Den besonderen Reiz am Beach-Handball macht für die Studentin die Dynamik des Spiels aus. „Es geht noch schneller zu, als in der Halle“, verspricht sie.

Auf einem 27 Meter langen und zwölf Meter breiten Sandfeld stehen sich auf jeder Seite vier Spielerinnen gegenüber. Dabei agiert die angreifende Mannschaft mit „fliegendem Torhüter“ und ist somit in der Überzahl. Außerdem gibt es je nach Art des Torwurfs unterschiedliche Punkte. Bei einer Pirouette – also einer 360-Grad-Drehung vor dem Wurf – und beim so genannten Kempa-Trick – der Ball wird in der Luft gefangen und direkt geworfen – bekommt man zwei Punkte. Genauso wie für ein Treffer des mit im Feld spielenden Torwarts.

Für die 16-jährige Paula Reips war in Zagreb sogar eine Medaille mit dem U17-Team drin. Nach einem hart umkämpften Spiel gegen Ungarn sicherten die Mädchen den dritten Platz. Die Partie wurde aber erst im Shoot Out entschieden. Dabei handelt es sich um ein direktes Spieler-Torwart-Duell, quasi ein Elferschießen wie im Fußball.

Paula Reips hat schon 2016 bei der EM in Portugal gespielt

Mit elf erzielten Punkten im letzten Spiel trug die Germeringerin entscheidend zum Medaillengewinn bei. Aber bereits im früheren Turnierverlauf hatte sie in Abwehr und Angriff überzeugt. „Ich war schon 2016 bei der Europameisterschaft in Portugal. Diese Erfahrung hat mir geholfen“, sagt die Gymnasiastin.

Für Walter und Reips beginnt nun wieder die Vorbereitung auf die Hallensaison. Mit fünf Einheiten pro Woche bereitet sich Walter auf ihre erste Zweitligasaison mit dem HCD Gröbenzell vor. „Das ist schon sehr zeitaufwändig“, gibt sie zu. Auch für Reips hat das Training in der Halle begonnen. Ebenfalls beim HCD spielt sie ab September in der U19-Bundesliga und parallel in der Frauen-Bayernliga bei der Gräfelfinger HSG Würm. „Dafür habe ich ein Doppelspielrecht.“ Zusätzlich bereiten sich beide mit ihren Vereinsmannschaften „Die Brüder Ismaning“ (Walter) und „Die Minga Turtles Ismaning“ (Reips) auf die deutschen Beachhandball-Meisterschaften im August vor.

von Alexandra Müller

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