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Oliver Klan ist seit 55 Jahren beim Schwaneberger Verlag. Er ist selbst Briefmarkensammler. 

Schwaneberger-Verlag zieht in den Landkreis

Die Bibel der Briefmarken-Freunde wird jetzt in Germering gemacht

Sie sind quasi die Bibel der Briefmarkensammler in der ganzen Welt: die berühmten Michel-Kataloge. Verlegt werden sie im Schwaneberger Verlag. Die traditionsreiche Firma residiert sei neuestem in Germering.

Germering – Der Michel-Katalog hat schon Generationen von Briefmarkensammlern begleitet. Der erste vollständige Katalog zu den gezackten Kostbarkeiten erschien bereits im Jahr 1909 in Apolda. Als Verlags-Standorte folgten Leipzig, Kasendorf in der nähe von Kulmbach und Unterschleißheim. Nun ist der Hersteller der Michel-Kataloge, der Schwaneberger Verlag, ins Germering Industriegebiet umgezogen. Seit Anfang Januar ist die Industriestraße der neue Arbeitsplatz für die 20 Mitarbeiter des Unternehmens.

110-jähriges Bestehen

Passend zum Umzug feiern die Michel-Kataloge ihr 110-jähriges Bestehen. „Der Schwaneberger Verlag selbst ist sogar noch älter“, erzählt Chefredakteur Oskar Klan. Der 65-Jährige findet auch die Bezeichnung Kataloge nicht mehr korrekt. „Heutzutage sind es eigentlich schon ganze Bücher.“ Aktuell gebe es ungefähr 90 verschiedene Michel-Bücher.

Die Hauptaufgabe des Unternehmens ist die Erfassung und Registrierung der verschiedenen Briefmarken. Danach werden die Sammlerobjekte chronologisch erfasst und dann als Katalog verschickt. Die enthaltenen Briefmarken werden in jeder Auflage umrundet von Beiträgen der Redaktion. Diese erzählen mehr über die Neuheiten oder reflektieren alte Schätze.

Auflage im fünfstelligen Bereich

Die Ausgaben für Deutschland und Europa werden jährlich erneuert, während die weltweiten Kataloge für Afrika, Amerika, Asien und Australien nur alle paar Jahre aktualisiert werden. Durch eine Auflagenzahl im fünfstelligen Bereich ist der Deutschland-Katalog das erfolgreichste Produkt.

Der große Boom der Briefmarken sei zwischen 1970 und 1980 gewesen, erklärt Oskar Klan. Damals seien die Preise auch plötzlich in die Höhe geschossen. Bis heute ist das Hobby sehr kostspielig. Sofern man als Sammler dafür bereit ist, tief in die Tasche zu greifen.

Die teuerste Briefmarke in der Novemberausgabe der Michel-Kataloge wird auf 150 000 Euro geschätzt. Sie stammt aus dem Nachbarland Österreich. Erschienen ist diese im Jahr 1856. Klan vermutet, dass auf der ganzen Welt keine zehn Stück dieser Marke noch verfügbar sind. Im Jahr 2014 wurde übrigens bei einer New Yorker Auktion das Briefmarkenobjekt „British Guiana“ für 9,5 Millionen Dollar versteigert. Zu diesem Zeitpunkt war es gemessen nach Größe und Gewicht das wertvollste Objekt der Welt.

Beruf macht ihm großes Freude

Für den Chefredakteur des Schwaneberger Verlages ist seine Arbeit eine Tradition, nahezu eine Verpflichtung, das fortzusetzen, was vor so vielen Jahren begann. Denn Oskar Klan ist seit 1980 fester Bestandteil des Verlags. Bis heute macht dem 65-Jährigen sein Beruf große Freude. Nach seinen Beobachtungen gehe das Interesse am Briefmarkensammeln zwar allgemein zurück, aber auf Messen wie der Forscha in München sei regelmäßig zu beobachten, dass Jugendliche sich durchaus für das Hobby ihrer Großväter begeistern.

Junioraktion

Deshalb gebe es auch eine Junioraktion beim Schwaneberger Verlag. „Die Junioren sammeln Marken, schicken sie zu uns und wir schicken ihnen die Briefmarken in einem schönen, ausgefüllten Sammelalbum zurück“, erzählt Klan stolz. Die jüngere Generation sei aber trotzdem eher auf der Internetauktionsplattform E-Bay zu finden, während die Älteren noch zu den Tauschbörsen gehen.

Oliver Klan selbst sammelt seit 55 Jahren Briefmarken. Ein besonderes Exemplar ist für ihn nach wie vor die Michel Nummer 346 „50 Jahre Pfadfinder in Deutschland“. „Das war die erste Briefmarke, die für mich bei der Post gekauft wurde“, erklärt der 65-Jährige. (VON MATTHIAS GSCHWIND)

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