Heidi Müller holt sich ihre Bücher aus dem Korb
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Heidi Müller holt sich ihre Bücher aus dem Korb.

Zur Medien-Abholung geöffnet

Stadtbibliothek sorgt wieder für Lese-Nachschub

Die Stadtbibliothek ist zumindest für Abholer wieder geöffnet. An einer kontaktlosen Ausgabe mittels Drehtür können die Bürger sich dort erneut mit Medien eindecken. Und das Angebot kommt sehr gut an.

Germering – Zuerst zeigt sie durch die Drehtür ihren Bibliotheksausweis, dann rotiert die Tür und Heidi Müller kann ihr ausgeliehenes Buch entnehmen. Es handelt sich um einen zeitgeschichtlicher Roman von Christoph Nußbaumeder. „Ich bin froh, dass es mit dem Ausleihen wieder klappt,“ sagt die 72-Jährige. Sie sei Stammkundin, seit es die Stadtbibliothek dort gibt, und komme in normalen Zeiten oft drei bis vier mal in der Woche zur Ausleihe. „Ich wollte eigentlich schon früher kommen, aber am Freitag und Samstag waren bereits alle Ausgabetermine vergeben,“ erklärt die Germeringerin.

Die Durststrecke, in der die Bücherei vollständig geschlossen war, habe sie mit bereits zuvor ausgeliehenen Büchern überbrückt. „Zum Glück wurden die Ausleihfristen alle verlängert,“ sagt Heidi Müller.

Neben der Drehtür zum Ausleihen gibt es ein großes Postfach, damit auch die Bücherrückgabe kontaktlos möglich ist. Dort ist Gergana Hose mit ihrem Sohn Thomas dabei, Bücher einzuwerfen. „Die habe ich noch vor Weihnachten ausgeliehen,“ sagt sie. Für den Kleinen hatte sie einige Abenteuerbücher sowie ein Weihnachtsbuch besorgt gehabt. Weil sie erst seit kurzem in Germering wohnt, ist sie erst zum zweiten Mal bei der Stadtbibliothek, will aber auf jeden Fall wiederkommen.

Ebenfalls Bücher zurückgeben möchte auch Elisabeth Müller. Dabei hat sie Biographien, Krimis und Romane über das Mittelalter. „Ich bin eine Leseratte,“ sagt die 79-Jährige. Deswegen sei sie gewöhnlich sehr oft in der Bibliothek. Auf die zeitweise Schließung der Bibliothek habe sie sich vorbereitet, indem sie zusätzliche Bücher ausgeliehen habe. Außerdem habe sie auch Bücher mit Bekannten getauscht und die Bücherboxen vor Ort genutzt. „Aber langsam geht mir der Lesestoff wirklich aus,“ so die Germeringerin.

Wegen der Pandemie könne man ja auch sonst wenig tun. Deswegen lässt sie sich nach dem Abgeben ihrer Bücher noch kurz durch die auf Grund des Hygienekonzeptes geschlossene Tür erklären, wie sie auch ohne Internetzugang Bücher zum Abholen bestellen kann. Das sei per Telefon problemlos möglich, erklärt ihr die Bibliothekarin durch die Glasscheibe.

Tatsächlich klingelt im Inneren der Bibliothek auch laufend das Telefon. „Die Leute sind ausgehungert,“ sagt Katja Beese, stellvertretende Leiterin der Bibliothek. Nach mehreren Wochen Pause bräuchten die Menschen einfach Nachschub an Medien. „Das Telefon bei uns glüht, die Leute freuen sich,“ so Beese.

Doch die Bibliothek ist gut organisiert. Die Bücher und DVDs für die Kunden, die im Viertelstundentakt Abholtermine haben, stehen bereits auf einem langen Tisch in sauberen Stapeln nach Abholtermin geordnet bereit. So dauert die Übergabe nur Sekunden. Doch mehr Termine können trotzdem nicht vergeben werden. „Wir wollen sicherstellen, dass es auch zwischen den Kunden möglichst wenig Kontakt gibt,“ sagt Beese.

von Sven Behrens

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