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Das Briefzentrum erstreckt sich vom DH L-Bau (r. in Weiß) bis zur Wohnbebauung (l. oben) an der Augsburger Straße. Entlang der Straße soll auch der Großteil der neuen Bäume gepflanzt werden. 

Germering

Briefzentrum so groß wie neun Fußballfelder

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Die Pläne der Post für das neue Briefzentrum in Germering nehmen langsam Gestalt an. Im Umwelt-, Planungs- und Bauausschuss präsentierte das Unternehmen neue Vorschläge, wie das riesige Areal bebaut werden soll. Einige Mitglieder des Gremiums konnten sich mit den Plänen aber gar nicht anfreunden.

Germering – Noch ist es nur eine Visualisierung. Doch sie lässt erahnen, welche Ausmaße das Projekt Briefzentrum annehmen wird. Das Areal wird sich vom bestehenden Paketzentrum im Osten bis zur Bebauung an der Augsburger Straße im Osten erstrecken – auf insgesamt mehr all 66 000 Quadratmetern. Das ist etwa so viel wie neun Fußballfelder. Doch die Post verspricht: Durch viel Grün soll das Bauwerk nicht so wuchtig daherkommen. Dafür verzichtet das Unternehmen sogar auf sein traditionelles Gelb.

100 Bäume am Briefzentrum Germering

Zum Einen sind da die Bäume. Geplant sind mehr als 100 neue Gehölze – die meisten sollen an der Augsburger Straße gepflanzt werden. Pflanzen sollen auch die Fassade der Gebäude beherrschen. Zudem wird das Dach der großen Halle auf einer Fläche von gut 13 000 Quadratmetern begrünt.

Architektin Andrea Gebhard stellte auch die überarbeiteten Pläne zur Installation von Photovoltaik-Anlagen vor. Insgesamt sollen mehr als 3400 Module mit einer Jahresleistung von über einer Million Kilowattstunden installiert werden. „Damit könnte man 364 Elektro-Autos ein Jahr lang betreiben“, erklärte Gebhard.

Holzbauweise am Briefzentrum Germering

Ein weiterer Baustein ist das Bürogebäude. Dieses soll in Holzbauweise errichtet werden. Beim im Norden des Areals gelegenen Parkdeck sowie bei der großen Halle sei dies auch geprüft worden – aber aus technischen Gründen nicht möglich, so Gebhard. Am südlichen Rand der großen Halle ist zudem geplant, eine Kindereinrichtung unterzubringen.

Besonders stolz präsentierten die Post-Vertreter die in Absprache mit der Unteren Naturschutzbehörde angepassten Ausgleichsflächen. Sie erstrecken sich über gut 11 000 Quadratmeter und bedeuten laut Gebhard eine Überkompensation versiegelter Areale um 78 Prozent.

Kritik am Briefzentrum Germering

Eindruck machte der Konzern mit seiner Präsentation aber nicht bei allen Mitgliedern des Gremiums. Vor allem Hadi Roidl (Grüne) kritisierte die Planung scharf. Die Stadt tanzt seiner Meinung nach zu sehr nach der Pfeife des Konzerns. „Wir haben hier nur Gutachten der Post“, sagte er mit Blick auf die Untersuchungen zur Umweltverträglichkeit. Roidls Fraktionskollegin Angelika Kropp-Dürr fühlte sich an das Vorgehen der Pharma-Industrie bei der Zulassung neuer Medikamente erinnert. Sie kritisierte im Hinblick auf den Klimawandel zudem, dass eine wichtige Frischluftschneise für die Stadt dichtgemacht werde. Das wollte Architektin Andrea Gebhard so nicht stehen lassen. Durch die starke Begrünung trage das Briefzentrum sogar zu Kühlung bei.

Oberbürgermeister Andreas Haas wollte die Kritik der Grünen so nicht stehen lassen. „Das ist befremdlich“, sagte er zu Hadi Roidl. Der Stadtrat sei Herr des Verfahrens. Erstaunt zeigte sich Franz Senninger. Der Stadtrat habe vor knapp 20 Jahren den Rahmenplan mit einer gewerblichen Nutzung des Areals beschlossen. Zudem habe die Post alles getan, um das Projekt möglichst umweltfreundlich zu gestalten. „Dass ausgerechnet aus ihrer Fraktion Gegenwind kommt, verwundert mich.“

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