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Germering

Briefzentrum: Post bessert ökologisch nach

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Die Deutsche Post hat die bisher geäußerte Kritik am geplanten Briefverteilzentrum im Germeringer Norden ernst genommen. 

Germering – Im Umweltbeirat präsentierten Post-Vertreter die vor allem in ökologischer Hinsicht optimierten Pläne. Die Bedenken der Naturschützer im Beirat konnten dadurch aber nicht ausgeräumt werden. Die umfangreiche Informationsveranstaltung der Deutschen Post zum geplanten Briefzentrum im November hat dem Umweltbeirat nicht gereicht. Das Gremium wollte sich noch einmal aus erster Hand von den Planern unterrichten lasen. Erst dann sollte eine wie auch immer geartete Stellungnahme verabschiedet werden. Der erste Teil des Plans ging am Mittwoch wie vorgesehen über die Bühne. Knapp eineinhalb Stunden erklärten Planer, Architekten, Verkehrsexperten und Postvertreter, was im Germeringer Norden entstehen soll.

Dabei wurde auch klar, dass die Post die bei der ersten Info-Veranstaltung geübte Kritik, die kürzlich auch vom Bund Naturschutz noch einmal präzisiert worden ist, durchaus Ernst genommen hat. „Wir haben was getan“, erklärte Projektleiter Thomas Schlickenrieder.

Die verhärten Fronten innerhalb des Beirats konnten er und seine Mitstreiter allerdings nicht aufweichen. Unter anderem blieben die Vertreter des Bund Naturschutzes bei ihrer rigorosen Ablehnung. Sie und andere Beiräte beharrten darauf, dass das fragliche Areal westlich des bestehenden DHL-Paket-Zentrums landwirtschaftlich genutzt werden soll – der Eigentümer hat es allerdings schon an die Post verkauft. Eine gemeinsame Stellungnahme kam deswegen trotz langer Diskussion nicht zusammen.

Landschaftsarchitektin Andrea Gebhardt präsentierte den Beiräten ein geänderte Planung, die die ökologischen Aspekte noch mehr in den Vordergrund stellte. Die oft kritisierte Versiegelung wurde durch ein Parkdeck und die Platzierung des Verwaltungstraktes auf die Sortierhalle noch einmal reduziert.

Die umlaufenden Ausgleichsflächen sind Gebhardt zufolge vergrößert worden, entlang einer Seite entsteht jetzt sogar ein kleines Wäldchen. Zusätzliche Fahrradabstellplätze, eine umfassenden Begrünung nicht nur des Daches sondern auch der Fassaden leisten aus ihrer Sicht „einen bedeutenden Beitrag für die ökologische Situation in Germering“. Architekt Joachim Jürke sprach gar von einem der modernsten Projekte dieser Art europaweit. Der Bau werde in ökologischer Hinsicht Modellcharakter erreichen.

Die Befürchtungen, dass Germering mit dem Briefzentrum im Lkw-Verkehr ersticken könnte, versuchte der Verkehrsplaner August Jonello zu entkräften. Die an- und abfahrenden Post-Lkw fahren in der Regel außerhalb der Spitzenzeiten. Die Fahrer auch der Subunternehmer werden darüber hinaus vertraglich angehalten, die von der Post vorgegebenen Routen einzuhalten. Laut Schlickenrieder darf das Verteilzentrum ausschließlich über die A 99 und die B2 angefahren und wieder verlassen werden. Das werde auch kontrolliert.

Der Projektleiter präsentierte außerdem eine Modellrechnung für den Fall, dass am fraglichen Areal ein konventionelles Gewerbegebiet mit zehn kleineren Einheiten entstehen würde. Fazit: Sowohl der Grad der Versiegelung als auch die Verkehrsbelastung wären so um ein Mehrfaches größer als beim Briefverteilzentrum.

Zu all dem kommt aus Sicht von Schlickenrieder die Tatsache, dass die Post 1300 Arbeitsplätze schaffe, von denen auch die Germeringer profitieren können – auch wenn zunächst geplant ist, die Belegschaft aus München so weit wie möglich mitzunehmen. Aber einerseits würden nicht alle dieses Angebot annehmen, so Schlickenrieder. Andererseits liege das Durchschnittsalter der jetzt Beschäftigten bei 55 Jahren. Eine Erneuerung der Belegschaft steht also bald an.

Schlickenrieder machte auch klar, dass die Stadt von Anfang mit Gewerbesteuereinnahmen zwischen 700 000 und einer Million Euro rechnen könne – die ablehnende Haltung der Naturschützer konnte er aber auch damit nicht ändern.

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