Lawinenabgang im Berchtesgadener Land - Großeinsatz

Lawinenabgang im Berchtesgadener Land - Großeinsatz
Richard Sturm mit Renate und Horst Jirgl

Hendlhaus in Germering

Brucker Wirt auch nach Umzug erfolgreich

Germering – Mit seinem Hendlhaus in Fürstenfeldbruck war Horst Jirgl über viele Jahre eine Institution. Vor einem Jahr erfolgte der Umzug nach Germering. Doch auch dort kommt der Gastronom bei den Gästen gut an. Sogar Bierprinz Luitpold kam zur Eröffnung und war voll des Lobes.

Ob es eine sehr verspätete Eröffnungsfeier war oder doch schon eher eine zum ersten Geburtstag am neuen Standort, konnte selbst der Chef persönlich, Horst Jirgl, an diesem Abend nicht endgültig klären. „Wir feiern einen guten Einstand“, freute er sich darüber, dass das schicke Geflügelrestaurant nahe des S-Bahnhofes bisher so gut von den Germeringern angenommen wird.

Luitpold Prinz von Bayern

Davon konnte sich neben zahlreichen Gästen aus dem Stadtrat und vom örtlichen Gewerbeverband auch Luitpold Prinz von Bayern überzeugen. „Wir arbeiten seit 35 Jahren zusammen“, erzählte der Prinz über die Verbindung zu Jirgl. Dennoch fasziniere ihn der Gastronom immer wieder. „Man muss schon Mut haben zu so einem Neustart“, lobte die Königliche Hoheit. Es habe ihn sehr fasziniert, mit welcher Tatkraft Jirgl dieses Unterfangen angegangen sei und er dies mit viel guten Ideen umgesetzt habe.

Dass so ein Wiener Hendlhaus in der internationalen Palette der Gastronomie seine Berechtigung habe, steht für Luitpold Prinz von Bayern außer Frage. „Wenn von großer Küche die Rede ist, sprechen wir von Italien und Frankreich – und von Wien.“ Das rühre von der kaiserlich-königlichen Zeit vor gut hundert Jahren her und sei gut bewahrt worden.

Den Wiener Charme hat Jirgl sich und dem Hendlhaus erhalten. „Jedes Ende birgt ja auch wieder eine neue Chance“, sagt Renate Jirgl, die mit großem Stilgefühl dem neuen Restaurant den Stempel aufgedrückt hat. „Ist schon ein bisserl wie ein Separee“, sagt wiederum Horst Jirgl zu einem Teil des Restaurants, in dem einige Tische durch eine Wand voneinander abgetrennt sind. Dort wird vor allem die Leidenschaft des Gastronomen für die Oper sichtbar.

„Ich habe Herbert von Karajan erlebt und es war für mich eine Ehre, ihn kennengelernt zu haben.“ Seinen Aufführungen zu lauschen, sei ein Genuss gewesen.

Das treffe auch auf Jirgls Werke zu, spannte Luitpold Prinz von Bayern einen Bogen zwischen musikalischem und gastronomischem Genuss. So sei es auch zu erklären, dass gut 60 Prozent der Stammgäste des alten Hendlhauses in Fürstenfeldbruck auch am neuen Standort zu finden sind.

Ein wenig profitiert hat Jirgl dabei vom Expressbus, der die beiden Großen Kreisstädte Fürstenfeldbruck und Germering verbindet. Dass der Volksmund bisweilen den Hendlbus daraus macht, schmeichelt Jirgl, einst auch Stadtrat in Fürstenfeldbruck. „Obwohl ich gar nichts dafür kann, dass es diese Linie gibt.“ Doch blitzt die Mischung aus Wiener Humor und Schmäh hervor: „Der Bus wäre auch eine gute Idee gewesen, wenn sie von mir gekommen wäre.“

Die Erfahrung eines Neuanfangs macht Jirgl in Germering zum zweiten Mal. Als er vor über 25 Jahren nach Fürstenfeldbruck kam, hieß das Hendlhaus noch Marthabräu und stand gerade ein Jahr leer. Der Versuch Jirgls, die bayerische Küche zu übernehmen, gelang nur mäßig erfolgreich. Dann sattelte er auf Wienerwald um und verdoppelte den Umsatz. 2007 zog sich Jirgl von der Hendlkette zurück, blieb aber dem Konzept treu – ebenso die Gäste dem Hendlhaus. (hk)

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