Bis zu 1000 Wohnungen könnten am Kreuzlinger Feld entstehen.

Kreuzlinger Feld

Bürger machen mobil gegen Wohnblocks

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Das Kreuzlinger Feld soll bebaut werden – und zwar massiv. Dagegen regt sich nun Widerstand. Eine Bürgerinitiative (BI) hat sich gegründet. Sie übergab OB Andreas Haas Listen mit über 639 Unterschriften.

Germering

Ende Januar stellte ein Investor im Umwelt-, Planungs- und Bauausschuss erste Ideen für eine Bebauung des Feldes westlich der Kreuzlinger Straße vor. Bei dem Areal zwischen der Bahnline und der Alfons-Baumann-Straße handelt es sich um eines der letzten großen unbebauten Areale im Stadtgebiet. Sollten alle Ziele des Planers in die Tat umgesetzt werden, entstehen bis zu 1000 neue Wohnungen für rund 2000 neue Einwohner, Grundschule, Kindergarten, Hort und Krippe, Betreutes Wohnen und ein Supermarkt.

Die massive Verdichtung mit teils fünfstöckigen Wohnhäusern und die Auswirkungen auf den Verkehr waren auch im Ausschuss ein Thema und wurden mehrmals kritisiert. Die Stadträte beschlossen mehrheitlich, die vorgestellte Rahmenplanung zu vertiefen und kritische Punkte weiter zu verfolgen.

OB Andreas Haas wies in der gut besuchten öffentlichen Sitzung ausdrücklich darauf hin, dass die Bürger rechtzeitig in die Planungen mit eingebunden werden und immer Mitspracherecht hätten. Darauf wollten aber einige Kritiker nicht warten. Sie richteten im Internet und auf Facebook eine Petition ein, die man unterstützen solle.

Im Gespräch mit dem Münchner Merkur berichtet eine der Initiatoren, dass die Idee mit der Unterschriftensammlung nach dem Bericht über das Vorhaben in unserer Zeitung aufgekommen sei. „Wir waren alle entsetzt über die geplante massive Bebauung.“ Es sei natürlich allen klar, dass Wohnungsbau in Germering notwendig sei: „Wir haben nichts gegen eine Bebauung des Kreuzlinger Feldes.“ Aber fünfstöckige Häuser und 16 Tiefgaragen-Einfahrten seien zu viel. Sie und zahlreiche andere Unterpfaffenhofener Bürger fürchten, dort könne eine zweite WWK-Siedlung entstehen. Man habe daher spontan mit dem Sammeln von Unterschriften begonnen – nicht nur auf konventionelle Art und Weise mit Laien, sondern auch via Internet und Facebook. Innerhalb von 14 Tagen habe man 639 Unterstützer gefunden. Die Listen habe sie gemeinsam mit Mitstreitern im OB-Büro abgegeben.

Das Überreichen der Listen bedeutet der Initiatoren zufolge noch nicht das Ende des Unterschriftensammelns. Sie wollen auf jeden Fall weiter machen und auch das von OB Haas angekündigte Mitspracherecht im Rahmen des beginnenden Verfahrens wahrnehmen.

Im Wortlaut fordert die BI: „Wir sind gegen 1000 Wohnungen in zum Teil fünfstöckiger Bauweise. Die Unterzeichner fordern den Stadtrat dazu auf, seine Entscheidung noch einmal zu überdenken.“ Begründet wird die Ablehnung der Pläne mit den Stichpunkten „Erhebliche Verkehrsbelastung Kreuzlinger Straße; erhöhte Lärmbelastung; Parkplatzprobleme; Überfüllung von Gymnasium, Realschule, Freibad, S-Bahn; Verschandelung der Stadt durch weitere Hochhäuser und Vernichtung von wertvollem Naturraum und landwirtschaftlicher Fläche“.

Service

Wer Kontakt zur BI aufnehmen will, kann dies per E-Mail an buergerinitiative.kreuzlingerfeld@gmx.de tun. Listen zum Unterschreiben liegen zudem bei Spielwaren Magg in der Kleinfeldstraße und in der Gaststätte zum Dobry, Eugen-Papst-straße, aus.

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