Im Oktober 2017 wählen die Germeringer erstmals gemeinsam mit den Starnbergern und Landsbergern ihre Bundestagskandidaten. Den Namen des neuen Wahlkreises hat übrigens das bayerische Innenministerium festgelegt, Germering kommt da nicht vor.

Neuer Wahlkreis 

Bundestag 2017: Gewählt wird wie noch nie

Germering/Starnberg/Landsberg - Rund 13 Monate vor der nächsten Bundestagswahl kommen die Vorbereitungen in Gang – bei den Parteien ebenso wie im Starnberger Landratsamt. Das nämlich ist Sitz des neuen Bundestagswahlkreises 224 aus den Kreisen Starnberg und Landsberg sowie der Stadt Germering.

Gerhard Hertlein trägt es mit Fassung. Der Leiter der Rechtsaufsicht am Starnberger Landratsamt hat die vierte Bundestagswahl zu organisieren, diesmal in einem neuen Wahlkreis. Hertlein war der klare Favorit für den Wahlleiter gewesen, da die anderen Partner im neuen Wahlkreis – Landsberg und Germering – wenig Begeisterung gezeigt hatten. Richtig viel zu tun hat der Starnberger noch nicht – erst ab Januar geht’s organisatorisch zur Sache. Politisch beginnt der Wahlwirbel schon jetzt.

Die FDP hat mit Britta Hundesrügge aus Gauting ihre Direktkandidatin für den neuen Wahlkreis als erste Partei nominiert. es folgte die SPD, die im Augustiner am Wörthsee den Gilchinger Christian Winklmeier (25) zum Kandidaten kürte. Die Grünen haben sich im Landkreis auf Kerstin Täubner-Benicke aus Starnberg verständigt, die entscheidende Nominierungsversammlung ist für den heutigen Dienstag, 19.30 Uhr, im Gilchinger Schützenhaus angesetzt.

Und der Platzhirsch, die CSU, die bisher jede Bundestagswahl auf Wahlkreisebene in Starnberg gewonnen hat? Neben den drei Bewerbern aus dem Kreis – dem favorisierten Stefan Ebner aus Gauting, Hans Peter Hoh ebenfalls aus Gauting und Christian Dahlhoff aus Feldafing – gibt es aus dem Kreis Landsberg ebenfalls drei Bewerber und einen Favoriten. Der heißt Michael Kießling (43) und ist Bürgermeister von Denklingen; daneben haben Bernhard Kösslinger (54) aus Finning und Rainer Jünger (46) aus Schondorf ihren Hut in den Ring geworfen. Bei einer Versammlung hatten sich die CSUler auf Kießling verständigt. Aus Germering hat die 25-jährige Stadträtin Thuy Tran Interesse bekundet.

In diesem Monat wird es eine Reihe von Vorstellungsrunden geben, sagte der stellvertretende Starnberger Kreisvorsitzende Stefan Frey auf Anfrage – so am 19. September in Landsberg und am 29. September in Starnberg. Wer dort genau um Stimmen wirbt, sei aber noch nicht sicher. Ende Oktober wird die CSU dann in der Stadthalle Germering den Kandidaten für den neuen Wahlkreis bestimmen. Ausgang: unklar.

Innerhalb des neuen Wahlkreises ist Starnberg Nummer 1, nachdem Gauting 2017 einmal wieder mit seinem Landkreis wählen kann und nicht mehr zu München gehört. Starnberg (134 000 Einwohner) kommt in der Summe auf rund 96 000 Wahlberechtigte, Landsberg mit seinen rund 117 000 Einwohnern auf etwa 88 000. Germering mit rund 40 000 Einwohnern hat etwa 28 000 Wahlberechtigte. In der Summe also 212 000 Wahlberechtigte.

Bisher beansprucht die Wahl Gerhard Hertlein kaum. Die Bayernpartei habe Formulare für Unterstützungsunterschriften angefordert, mehr war nicht. „Der Ablauf ist ja derselbe“, sagt er, nur die Orte haben gewechselt. Beim Namen muss sich niemand umgewöhnen: Der neue Wahlkreis heißt 224 Starnberg-Landsberg, die Nummer hat sich nicht verändert.

Mit seinen Kollegen in den anderen Behörden habe er Adressen ausgetauscht – die Arbeit beginnt erst, wenn der genaue Wahltermin feststeht. Damit rechnet Hertlein im Januar oder Februar. Wenn die Behörden mit der Wahlplanung beginnen, wird der Wahlkampf schon toben

von Michael Stürzer 

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