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Die Oberstufenschüler des Carl-Spitzweg-Gymnasiums verfolgten über eineinhalb Stunden die Diskussion der Bundestagskandiaten auf der Bühne. Kerstin Täubner-Benicke (2.v.l.), Michael Kießling, Christian  Winklmeier (3.und 4. v.l.) sowie Ates Gürpinar (r.) waren zu beginn der Fragerunde von Vertretern der Schülermitverantwortung vorgestellt worden.

Bundestagskandidaten am Carl-Spitzweg-gymnasium

Bundestagskandidaten bei Spitzweg-Schülern

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Germering – Das Carl-Spitzweg-Gymnasium (CSG) hat den Bundeswahlkampf eröffnet: In der Aula diskutierten gestern die Direktkandidaten Michael Kießling (CSU), Christian Winklmeier (SPD) und Kerstin Täubner-Benicke (Grüne) sowie Linken-Landessprecher Ates Gürpinar zu Themen, die die Schüler vorgaben.

Die Vertreter der vier im Bundestag vertretenen Parteien haben versucht, den Oberstufenschülern eine Überblick über ihre Positionen zu geben. Eingeladen wurden sie von der Schülermitverantwortung (SMV), dessen Sprecher Moritz Bothe die Moderation übernahm. Ihm zufolge sollte mit der Veranstaltung vor allem eines erreicht werden: „Wir wollen euch helfen, eine kluge Entscheidung zu treffen, wenn ihr im Herbst erstmals den Bundestag wählen dürft.“

Das dürfte der SMV gelungen sein. Eineinhalb Stunden lang wurden die Politiker zu Themen gegrillt, die derzeit aktuell sind und die offensichtlich auch die junge Generation bewegt. Das Moritz Bothe nach der Selbstvorstellung der Politiker zum Auftakt eine Frage ansprach, die die Gymnasiasten aus welchen Gründen auch immer brennend interessiert, darf man getrost als taktische Großtat des Moderators verbuchen. Es ging um die Legalisierung von Cannabis. Hier war CSU-Kandidat Kießling der einzige, der sich klar dagegen aussprach – auch wenn er eingestehehen musste, dass Alkohol wohl eine mindestens so schlimme Droge sein könne wie Cannabis. Aber, so Kießling: „Irgendwo müssen wir eine Grenze ziehen.“

Alle anderen Vertreter argumentierten vor allem mit der notwendigen Entkriminalisierung der Nutzer. Aber auch die Tatsache, dass so der überlasteten Polizei Arbeit erspart werden könnte, blieb nicht unerwähnt.

Wer jetzt als Zuhörer geglaubt hat, dass dies der Auftakt einer Rot-Rot-Grünen-Koalition war, wurde in der Folge eines anderen belehrt. Kießling (CSU) und Winklmeier (SPD) waren sowohl bei der Frage von Volksentscheiden auf Bundesebene eher zurückhaltend und verwiesen auf die guten Erfahrungen mit repräsentativer Demokratie. Täubner-Benicke und Gürpinar erhofften sich im Gegenzug von mehr Bürgerbeteiligung eine Belebung der Demokratie.

Auch beim Thema bedingungsloses Grundeinkommen waren sich Winklmeier und Kießling in ihrer Ablehnung einig. Beide wiesen darauf hin, dass der Staat schon jetzt mit Hartz IV jedem ein Existenzminimum garantiere. Alles darüber hinaus gehenden müsse auch finanziert werden was dann wiederum höhere Steuern mit sich brächte.

Die Grünen-Vertreterin zog sich hier auf Parteitagsbeschlüsse zurück: Man diskutiere derzeit ein „Grünes Grundeinkommen“ und eine Grundsicherung für Kinder. Ziel müsse es sein, so Täubner-Benicke, die Betroffenen aus Hartz IV zu befreien. Ates Gürpinar sprach sich dagegen klar dafür aus und meinte, es ginge ihm auch darum, dass „ein Mensch leben können muss“. Das Grundeinkommen werde nicht dazu führen, das keiner mehr arbeite.

Eine überraschend sehr große Koalition gab es dann bei der Frage, wie man der AfD begegnen solle. Gürpinar machte zwar zunächst noch die Bundesregierung für den Aufstieg der Rechtspopulisten verantwortlich. Anschließend war er sich aber mit den anderen einig, dass man das Gespräch mit den Menschen suchen und ihnen erklären müsse: „Die AfD hat keine Lösungen.“ Er vertrete in seiner Partei auch die nicht unumstrittene Meinung: „Wenn es gegen Rechts geht, gehe ich mit der CSU auf die Straße.“

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