Ein letztes Mal für Cewe im Einsatz: Stephan Reinhold, langjähriger Geschäftsführer am Standort Germering, wurde in den Ruhestand verabschiedet. Das Foto zeigt ihn bei seiner Schlussrede im Roßs talltheater. Nachfolger Maik Horbas (r.) hört aufmerksam zu.

Germering

Cewe-Chef in den Ruhestand verabschiedet

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Die Germeringer Niederlassung von Cewe, einer der größten Arbeitgeber der Stadt, hat einen neuen Geschäftsführer. Stephan Reinhold ist nach 21 Jahren in Germering und 31 Jahren im Unternehmen im Roßstalltheater feierlich in den Ruhestand verabschiedet worden. Neuer erster Mann im Betrieb ist Maik Horbas.

Germering– Als der gebürtige Göttinger Stephan Johannes Reinhold vor 31 Jahren als Assistent der Geschäftsleitung zum Oldenburger Foto-Großlabor Cewe stieß, war das Geschäftsmodell des Unternehmens noch ein ganz anderes als heute. Es ging fast ausschließlich um das massenhafte Belichten und Drucken von Negativfilmen der bundesdeutschen Urlaubs- und Hobbyfotografen. Mit dem Wandel hin zur Digitalfotografie, den Cewe ab 1994 forcierte, veränderte sich dies. Mittlerweile steht Cewe vor allem für Fotobücher und zählt hier europaweit zu den Marktführern. Reinhold hat diese Entwicklung am Standort Germering, den er seit 1998 leitete, entscheidend mitgetragen.

Dass er in dieser Zeit auch seine neue Heimat nicht wenig geprägt hat, das zeigt ein Blick auf die Besucherliste seiner Ruhestandsfeier: Reinhold Bocklet, bis zum Ende der vergangenen Legislaturperiode 1. Vizepräsident des bayerischen Landtags, zählte ebenso zu den Grußrednern wie Landrat Thomas Karmasin, OB Andreas Haas und Oberbayerns IHK-Chef Eberhard Sasse.

Die Bedeutung Reinholds für das Unternehmen wurde durch den Besuch fast der gesamten Firmenspitze deutlich. Aus Oldenburg waren unter anderem der Vorstandsvorsitzende Christian Friege, sein Vorgänger Rolf Hollander und Vorstandsmitglied Carsten Heitkamp angereist.

Hollander würdigte in einer Laudatio seinen langjährigen Kollegen, mit dem er 31 Jahre gut und erfolgreich zusammengearbeitet habe: „Wir haben manches auf die Beine gestellt.“ Seine erste Führungsaufgabe habe Reinhold kurz nach dem Eintritt in die Firma übernommen, als er quasi über Nacht die Niederlassung in Bremen übernehmen musste. Nach dem Mauerfall habe er einen Cewe-Sitz in Dresden aufgebaut und dann noch nebenbei Eisenach gemanagt.

Als es mit der 1972 in München gegründeten bayerischen Niederlassung, die 1988 nach Germering umzog, größere Probleme gegeben hat, sollte Stephan Reinhold für die Trendwende sorgen. Er hat es geschafft: „Das war die Rettung“, stufte Hollander den Einsatz von Reinhold ein. Dass er dann bis zum Ende seiner Berufslaufbahn in Bayern blieb, war aus Sicht des Unternehmens folgerichtig: „Im Vorstand wurde immer nur gesagt: Einmal im Jahr nach Germering fahren reicht. Ansonsten sollte man ihm freie Hand lassen.“

Diese Strategie hat sich dem früheren Vorstandschef zufolge ausbezahlt: „Germering steht hervorragend da.“ Und Reinhold, der immer schon ein kräftiger Kerl mit einemm große Herz gewesen sei, habe sich in der Zeit in Germering in einen echten bayern verwandelt: „Er ist ein richtiges Mannsbuid geworden“, versuchte sich Hollander im hochdeutsch-gefärbten Bairisch.

Stephan Reinhold entließ die Gäste mit seiner typisch direkten Art in den gemütliche Teil des Abends. Er wetterte gegen zuviel Bürokratie und forderte mehr Gründergeist. Um Deutschland weiterhin zukunftsfähig zu machen, müsse mehr in Bildung investiert werden, denn: „Wir dürfen die Innovationen nicht verschlafen.“ Gefragt seien weniger Ego und mehr Visionen.

Reinhold wird die kommenden Entwicklungen in Wirtschaft und Gesellschaft trotz seines Rückzugs von Cewe nicht als Zuschauer beobachten: Er wird künftig als Unternehmensberater tätig sein.

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