Eine ruhige Atmosphäre herrschte bei den Tests, die in der Fahrzeughalle der Feuerwehr Germering abgehalten wurden. Dem kurzen Piks in den Finger folgte rund eine knappe Viertelstunde, in der man auf das Ergebnis warten musste – und dann Gewissheit hatte.

65 Kameraden getestet

Corona: Massentest bei der Feuerwehr

  • vonHans Kürzl
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Für Feuerwehrleute ist es besonders wichtig zu wissen, ob sie mit Corona infiziert sind oder nicht. In Germering wurden nun 65 Kameraden getestet.

Germering – „Weil es erst einmal Sicherheit gibt.“ Die Mitglieder von der Freiwilligen Feuerwehr Germering wie Timo Amey sind sich einig, dass der Test wichtig ist. Dennoch hat der 25-Jährige, der seit zehn Jahren Mitglied der Germeringer Wehr ist, die Fahrzeughalle mit einem leicht mulmigen Gefühl betreten. Das liegt aber vor allem an den Schutzanzügen der Ärzte, die die Tests durchführen. Das mache die Besonderheit der allgemeinen Situation deutlich und dass Gesundheit ein wichtiges Gut sei. „Das ist für alle Kameraden wichtig“, sagt Amey.

„Tests müssten noch mehr und öfter abgehalten werden“, findet Julia Lichti, die dem Piks und dessen Ergebnis gelassen entgegengesehen hat. „Ich werde das wohl für mich wiederholen“, kündigt sie an. Es sei ja für die Gemeinschaft, die der Feuerwehr und natürlich auch ganz allgemein. Und man wisse ja nie, ob man sich den Virus nicht doch noch irgendwo einfängt.

Dass die Tests an den 65 Kameraden nur eine Momentaufnahme sind, räumt auch Christian Haugg ein, der Pressesprecher der Germeringer Feuerwehr. „Man könnte sich bereits beim nächsten Einkauf anstecken.“ Aber er versichert, dass in zwei bis drei Wochen noch einmal nachkontrolliert wird.

Zudem versuche man Hygiene- und Abstandsvorschriften auch im Einsatzfall so gut wie möglich umzusetzen. So würde die Mannschaftsstärke reduziert. Was aber laut Haugg zur Folge haben könne, dass zwei Wagen raus müssen, um den Erfordernissen vor Ort zu entsprechen. Personell gebe es dabei wenig Probleme. „Weil mehr im Homeoffice vor Ort sind“, so Haugg. Die Community-Masken sind zunächst immer Standard. Die professionellen Masken kämen erst im Ernstfall zum Einsatz. „Wir wollen damit sparsam umgehen“, sagt Haugg.

Der Test ist für ihn ein elementarer Bestandteil des Schutzes der Einsatzkräfte. Für Karl-Heinz-Jansen von der Gesellschaft „Medsyne“, der die Tests begleitete, trägt der Samstag auch ein wenig dazu bei, „die Dunkelziffer bei den möglichen Infektionsketten zu erhellen“. Solche Kohortentest würden schon einen repräsentativen Querschnitt durch die Bevölkerung ergeben. Die 65 getesten Personen bei der Germeringer Wehr waren zwischen 14 und 63 Jahre alt.

Nach Jansens Angaben habe „sein“ Institut in Bayern 2500 Daten von Menschen gesammelt, die mit Krankheits- oder Notfallsituationen zu tun hätten. Im Landkreis Fürstenfeldbruck beschränke man sich auf die Feuerwehren. Weil ein Testkit 20 Euro kostet, bedarf es dafür Spenden. 2000 Euro zu der Aktion trug Matthias Keller von der Firma „Distec“ bei. „Die Feuerwehr muss einsatzfähig bleiben“, begründete Keller seine Unterstützung.

Die Tests sind eine freiwillige Sache der Wehr, wie Kreisbrandrat Hubert Stefan erklärte. „Es sind keine Vorgaben.“ Die Wehren in Fürstenfeldbruck hatten den Test Anfang April durchgeführt.

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