+
Das Kreuz an der B 2 . Im Hintergrund der Stadtrand mit DHL-Zentrum. 

Bauernprotest

Darum steht ein grünes Kreuz am Stadtrand von Germering

 Mit grünen Kreuzen auf Feldern machen Bauern in ganz Deutschland derzeit auf ihren Ärger über die Agrarpolitik und immer neue Auflagen aufmerksam, die für viele Höfe existenzgefährdend seien.

Germering – Auch bei Germering steht jetzt ein solches Kreuz.

Gestartet hat die Aktion „Bauer Willi“, der in den sozialen Medien im Internet sehr aktiv ist. Nach dem Willen der Organisatoren sollen die Kreuze an Stellen aufgestellt werden, an denen möglichst viele Menschen sie sehen. Das grüne Kreuz in Germering wurde deshalb an der viel befahrenen B 2, südlich der Fahrbahn zwischen Handwerkerhof und der Ausfahrt zum Dehner-Kreisel postiert.

Aufgestellt hat es Martin Strobl. Seine Familie bewirtschaftet ihren Hof in Germering seit 1638. Jetzt sieht der 39-jährige Landwirt seinen Berufsstand von Politik und Medien ins Abseits gedrängt. „Alles wird negativ dargestellt“, sagt der Agrarbetriebswirt.

Im Einklang mit der Natur

Strobl versucht, im Einklang mit der Natur zu wirtschaften und den Hof breit aufzustellen. Wo es gehe, etwa beim Kürbisanbau, verzichte er auf Pflanzenschutzmittel, erklärt er. Seit Jahrhunderten habe seine Familie gewirtschaftet, wie sie es für richtig gehalten habe. „Warum soll das jetzt plötzlich nicht mehr richtig sein?“

Diejenigen, die Stimmung gegen Landwirte machten, sollten sich überlegen, was passiere, wenn es keine Bauern mehr gäbe. „Wenn ich aufhöre, suche ich mir einen anderen Beruf. Der Leidtragende ist der Verbraucher.“

Das negative Image der Landwirtschaft wundert Martin Strobl auch deshalb so sehr, weil er im persönlichen Umfeld eigentlich ganz andere Erfahrungen macht. Am Dienstag war der 39-Jährige bei der Bauerndemo in München dabei. „Es gab großen Zuspruch aus der Bevölkerung, die steht total hinter uns.“ Die Strobls vermarkten viel direkt. „Und auch da bekomme ich von den Kunden nur positives Feedback.“

Bei seiner Arbeit in und um Germering habe er noch nie negative Erlebnisse gehabt, sagt Strobl. Natürlich hieße es im städtischen Umfeld Rücksichten nehmen – etwa auf Spaziergänger oder mit dem Traktor im Verkehr. „Wenn echt mal was ist, suche ich das Gespräch, das funktioniert immer.“  sk

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Badeunfall hätte tödlich enden können: Franzi (12) rettet anderem Mädchen das Leben
Anfang Januar kam es in der Amperoase zu einem Badeunfall, der beinahe tödlich geendet hätte. Beinahe. Denn die zwölfjährige Franzi griff ein - und rettete einem anderen …
Badeunfall hätte tödlich enden können: Franzi (12) rettet anderem Mädchen das Leben
15 Schulen kommen in den Genuss der Landkreis-Prämie
Seit fast 20 Jahren zeichnet der Landkreis seine Schulen als einziger in ganz Bayern für besondere Projekte in den Bereichen Gesundheit, Umwelt, Soziales und politische …
15 Schulen kommen in den Genuss der Landkreis-Prämie
Er hat eine Schusswaffe: Mann mit Maske überfällt Rewe - und ist auf der Flucht
Im bayerische Emmering hat am Mittwochabend ein bislang unbekannter Täter einen Rewe - Supermarkt mit einer Schusswaffe überfallen. Die Kripo sucht jetzt nach Zeugen.
Er hat eine Schusswaffe: Mann mit Maske überfällt Rewe - und ist auf der Flucht
So kann Schule gehen: Loben statt bestrafen
Die Realschule Unterpfaffenhofen (RSU) hat den mit 1750 Euro dotierten ersten Preis des Prämienprogramms des Landkreises gewonnen. Die Jury hat damit das LOB-Projekt …
So kann Schule gehen: Loben statt bestrafen

Kommentare