Ganz schön viel Holz: Im Waldstück an der Einmündung Waldstraße in die Spange wird abgeholzt – Grund ist unter anderem der Borkenkäfer. foto: pw

Großflächige Fällungen

Darum wird an der Spange in Germering abgeholzt

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Germering - Im Germeringer Süden fallen Bäume. Viele Bäume. Es handelt sich um das Gebiet an der Einmündung der Waldstraße in die Spange.

Nun schlagen Umweltbeirat und Anwohner Alarm. Denn bei dem Forst handelt es sich um Bannwald – ein Wald, der gesetzlich erhalten bleiben muss.

Um diesen Wald wurde schon viel gestritten. Vor ziemlich genau zehn Jahren lieferte sich die Druckerei Dinauer eine langwierige Debatte mit der Stadt – die Firma wollte die Bäume dort abholzen und ein großes Medienzentrum erbauen lassen. Dieses Vorhaben rief nicht nur etliche Bannwaldschützer auf den Plan. Auch der Stadtrat durchkreuzte die Baupläne an der Spange, am Ende sogar wegen mehrerer Gründe. Im Dezember 2006 musste Manfred Dinauer sein Projekt endgültig begraben. Die Bäume blieben stehen, die Naturschützer jubelten. Jetzt aber wird in genau diesem Privatwald abgeholzt. Gebaut wird dort aber trotzdem nicht.

„Es handelt sich hierbei um ganz normale Waldpflegemaßnahmen“, erklärt Hans-Jürgen Gulder, Bereichsleiter Forsten im Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Fürstenfeldbruck. „Im vorderen Abschnitt, in dem Birken und Eichen stehen, wird durchgeforstet. Das heißt, die besten Bäume bleiben stehen, die kaputten kommen weg.“ Dahinter wird eine Reihe von Fichten beseitigt. „Da war der Borkenkäfer drin“, sagt Gulder. „Kein Wunder nach diesem trockenen, heißen Sommer.“

Wiederum dahinter stehe alter Fichtenbestand, der vor einem Jahr von Sturm „Niklas“ übel zugerichtet wurde, sagt der Experte. Außerdem habe sich auch hier der Borkenkäfer durchgefressen. „Die Bäume müssen einfach weg“, sagt Gulder. Aber nur vorübergehend.

Das etwa 2000 Quadratmeter große Gebiet sei nach wie vor als Bannwald ausgewiesen und damit unbedingt zu erhalten. „Der Besitzer muss innerhalb von drei Jahren aufforsten“, sagt Gulder. „Und da passen wir schon auf!“ Sowohl Gulder selbst als auch der Umweltbeirat, in dem er Mitglied ist, sowie Revierförsterin Anita Ottmann hätten ein Auge auf den Wald an der Spange. Ausschließlich Fichten wird es hier aber künftig nicht mehr geben.

„Die Schotterebene ist als Standort für Fichtenwälder völlig ungeeignet“, sagt Gulder. Das wisse man mittlerweile. „Hier muss ein Mischwald aufgeforstet werden“, sagt der Fachmann. Es sei sowieso nur eine Frage der Zeit gewesen, bis man einige Bäume hätte fällen müssen. Wegen Borkenkäfer und Sturm mache man jetzt eben gleich einen Rundumschlag.

„Ich weiß, die Fällungen dort an der Spange sind optisch sehr auffällig.“ Außerdem seien die Germeringer wegen der Dinauer-Geschichte bei diesem Waldstück besonders empfindlich. „Aber das muss gemacht werden“, so Gulder.

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